Messerattacke am 23. Dezember

Weihnachts-Blutbad: Vier Männer wegen Mordversuchs angeklagt

Messerstecherein in Linzer Altstadt forderte vier lebensgefährlich Verletzte.

Linz. Nach einer Messerstecherei in der Linzer Altstadt hat sich am Montag ein 22-Jähriger wegen Mordversuchs vor Gericht verantworten müssen, drei weitere Männer, die alle 23 Jahre alt sind, wurden wegen Körperverletzung bzw. Raufhandels ­angeklagt. Fälle wie dieser haben dazu geführt, dass in dem Ausgeh-Viertel seit 1. November ein Waffenverbot gilt.

Streit nach Party zum Geburtstag eskalierte

Der Angriff. Laut Staatsanwaltschaft haben die Angeklagten, für die die Unschuldsvermutung gilt, an einer Geburtstagsfeier in der Altstadt teilgenommen. In den frühen Morgenstunden des 23. Dezember 2018 soll es im Freien zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Gast und einer Gruppe ­anderer Nachtschwärmer gekommen sein, bei der dieser verletzt wurde.

Daraufhin sollen die Angeklagten die Angreifer gesucht und auf sie losgegangen sein – der Erstangeklagte sogar mit einem Messer. Dem 22-jährigen Österreicher, der vor Gericht immer wieder zwischen weinerlich und völlig ruhig schwankte, wird vorgeworfen, vier Menschen mit dem Messer in den Brust- bzw. Bauchbereich gestochen zu haben. Bei drei Opfern waren die Verletzungen potenziell lebensgefährlich.

Laut gerichtsmedizinischem Gutachten wurden die Stiche „kräftig gegen den Körperkern“ geführt. Der Mann selbst will das Messer überhaupt nur mitgehabt haben, weil es so viele Vorfälle mit Messern gegeben habe.

Urteil kommt wohl erst am 18. November

Einvernahmen. Am Montag standen die Einvernahmen sämtlicher Angeklagten und die Präsentation des gerichtsmedizinischen Gutachtens am Programm. Ein Urteil war für den Tag nicht zu erwarten, der Prozess wird am 18. November fortgesetzt.

Im Ausgeh-Viertel in der Altstadt war es in den vergangenen Monaten zu vorgerückter Stunde vor Lokalen immer wieder zu Zwischenfällen mit Messern gekommen.

Angriff löste das Linzer Waffenverbot aus

Verbotszone. Das Areal wurde mit 1. November zur zweiten Waffenverbotszone erklärt. In der Altstadt ist damit– wie bereits auf dem Kriminalitäts-Hotspot Hinsenkampplatz – das Mitführen von Waffen untersagt.

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