Mord an Callgirl: Polizei fuhr zu falscher Adresse

Oberösterreich

Mord an Callgirl: Polizei fuhr zu falscher Adresse

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Mutmaßlicher Täter soll Callgirl zunächst in andere Wohnung bestellt haben  

Im Fall rund um die Tötung einer 23-jährigen Escort-Dame vor einer Woche in Ternberg (Bezirk Steyr-Land) war die Polizei, die in der Kritik steht, erst spät auf Anrufe besorgter Angehöriger bzw. Freunde des Opfers reagiert zu haben, zunächst bei der falschen Adresse. Das bestätigte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Oberösterreich der APA. Die Anrufer hätten wiederholt von Haus Nummer 8 gesprochen, tatsächlich sei das Opfer später im Haus Nummer 9 gefunden worden.

Dass der mutmaßliche Täter die Frau via Internet zunächst in eine andere Wohnung beordert habe, konnte der Polizeisprecher nicht bestätigen: "Das ist noch Gegenstand von Ermittlungen." Die Wohnungen würden in der Straße nebeneinander liegen, sagte Andreas Pechatschek, Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr, am Samstag zur APA. Wo die Frau hinbestellt wurde, könne er derzeit nicht sagen. Dass die Polizei zunächst zur falschen Adresse gefahren sei, wäre "aktenkonform".

Interne Überprüfung

Angesichts der Vorwürfe habe die Landespolizeidirektion Oberösterreich eine interne Überprüfung des Einsatzes in Ternberg veranlasst, sagte ein Sprecher der Polizei. Es habe sich kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten der Polizisten der Dienststelle Steyr-Land ergeben. Gleichzeitig sei auch das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) mit einer Untersuchung beauftragt worden. Man habe alle Daten übermittelt, um die Vorwürfe zu klären. Grundsätzlich wäre die Amtshandlung aus mehreren Gründen schwierig gewesen. Milieubedingt gebe es wenig Vertrauen in die Polizei, die Hinweise, dass eine Frau abgängig sei, wären über Personen aus Rumänien erfolgt. Dabei habe es Sprachprobleme gegeben.

Jener Mann, der die Frau laut bisherigen Ermittlungsergebnissen am vergangenen Samstag um 20.22 Uhr vor dem Haus des mutmaßlichen Täters abgeliefert hatte, gab in seiner Einvernahme an, er habe dort einige Zeit gewartet. Dann sei er gefahren. Schreie oder Ähnliches habe er nicht gehört. Allerdings hätten nach einiger Zeit Angehörige und Freunde des Callgirls bei der Polizei angerufen haben, weil sie sich Sorgen machten.

Die Landespolizeidirektion Oberösterreich stellte klar, man habe nach jeder Anzeige unverzüglich reagiert. Die Streifen seien mehrmals zu der angegebenen Adresse gefahren. Allerdings sei in allen Anzeigen immer das Dachgeschosses des Hauses Nummer 8 genannt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Anrufer hätten gesagt, eine Frau, die mit einem Bekannten unterwegs wäre, sei abgängig. Man sei diesen Hinweisen umgehend nachgegangen. Die Wohnung des mutmaßlichen Täters wurde erst Sonntagnachmittag von der Cobra gestürmt. Da war die Frau bereits tot. Laut Gerichtsmedizin ist sie zwischen Samstagabend und Sonntagmittag gestorben. Die Obduktion ergab massive Gewalteinwirkung.
 

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