Gefährlicher Quartalstrinker

Kopfschuss nach Poker-Streit

Kopfschuss nach Poker-Streit
© APA & TZ ÖSTERREICH

"Waffen-Willi" tötete Zech-Kumpan - trotz 3 Promille zurechnungsfähig.
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Wenn Pensionist Wilhelm K. (66) wieder mal so richtig auf Touren kam, machten die Leute in Freistadt lieber einen großen Bogen um den passionierten Jäger. Mit „Waffen-Willi“, wie sie den Quartalstrinker nannten, wollten sie dann lieber nichts zu tun haben.

Im vergangenen April machte Willi deutlich, warum er seinem Umfeld unheimlich war. In seiner Stamm-Tankstelle fing er schon frühmorgens zu zechen an, mittags war er volltrunken. Da lernte er den 43-jährigen Deutschen Oliver D. kennen, mit dem er anschließend von einem Lokal ins nächste torkelte.

Irgendwann beschlossen die beiden, zu Wilhelm K. nach Hause zu gehen, um Karten zu spielen. Bei einer weiteren Flasche Rotwein pokerten sie um kleine Geldbeträge.

Aus 20 Zentimetern
 Kugel durch Kopf gejagt
Wer dann wen betrogen haben soll, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Jedenfalls stritten die beiden Zechkumpane, der Waffennarr wollte den Deutschen aus der Wohnung werfen. Doch der weigerte sich. Wilhelm K. rastete aus, holte seinen 357-er „Smith & Wesson“-Revolver. Aus 20 Zentimetern Entfernung jagte er Oliver D. eine Kugel durch den Kopf. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für die Staatsanwaltschaft ein Mord, für die Verteidigung eine strafbare Handlung unter voller Berauschung. Am Freitag stand Waffen-Willi, der bei der Tat drei Promille hatte, vor Gericht: „Ich wollte ihn nicht umbringen. Ich hab nicht gewusst, was ich tue“, sagte er. Der Gutachter sprach jedoch von Zurechnungsfähigkeit. Bei Redaktionsschluss stand das Urteil noch nicht fest.

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