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Lobau-Besetzer

Probebohrung könnte auf Öl stoßen

Umweltaktivisten haben im Bereich der Probebohrungen Ölreste in einer Messanlage entdeckt. Die Menge des vorhandenen Öls aus dem 2.Weltkrieg sei völlig unbekannt.

Die Lobau-Aktivisten haben in einem Sondenrohr am Donau-Oder-Kanal Ölreste entdeckt. Im Bereich der geplanten Probebohrungen zwischen dem Ölhafen und der alten Sperrbrunnenkette sei die Menge und die Konzentration des vorhandenen Öls "völlig unbekannt" und stelle daher ein "unberechenbares Risiko" für das Naturschutzgebiet dar, berichtet Wolfgang Rehm, der Sprecher der Umweltorganisation VIRUS.

9 von 18 Bohrungen problematisch
Laut Rehm stehen zwei Bohrgeräte für die geplanten 18 Probebohrungen direkt im hochgefährdeten Bereich. Für jeden Liter Öl der dort austritt, würden 1000 Liter der strategischen Trinkwasserresevern in diesem Gebiet verseucht. Insgesamt seien etwa die Hälfte der geplanten Bohrungen "sehr problematisch."

Die Bohrungen hätten einen geringen Durchmesser, würden aber sehr tief gehen. Die ASFINAG habe zwar zugesichert die entstehenden Löcher wieder zu stopfen, laut Rehm würde dies "in der gängigen Bohrpraxis aber etwa 3-4 Wochen dauern" - bis dahin könnten große Mengen von Öl ins Naturschutzgebiet und in das darüberliegende Grundwasser gelangen. Treffen die Bohrungen auf Öl, müsse die ASFINAG diese sofort stoppen - genau das sei aber im Bohrbescheid überhaupt nicht geregelt, kritisiert der Umweltschützer.

Die besagte Sonde am Donau-Oder-Kanal wurde nicht aufgebrochen, sondern war nicht versperrt und deshalb einsichtig, betont Rehm. Die Warnungen seien ein "Akt der Gefahrenortung" - und sollen dementsprechend ernst genommen werden.

Altlasten aus dem 2. Weltkrieg
Während des zweiten Weltkriegs wurden die Öllager in der Lobau bei Bombenangriffen zerstört. Dabei sind große Mengen Öl in den Boden gesickert. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern wurden in den 80er Jahren Sperrbrunnen errichtet und Sonden installiert, um die Wasserqualität zu überwachen. In einer dieser Sonden wollen die Umweltschützer nun Ölreste gefunden haben.



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