05. Juni 2012 10:20
Salzburg
2 Geparden hielten Salzburg in Atem
Polizeistreifen beobachteten Raubtiere - die Ausreißer kehrten wieder zurück.
2 Geparden hielten Salzburg in Atem
© oe24

Gegen 6.30 Uhr schlugen Anrainer Alarm: Zwei Raubkatzen seien zwischen dem Zoo und der nahen Ortschaft Anif unterwegs. Edith Stock erschreckten die Tiere fast zu Tode, wie sie im ORF schilderte: „Zuerst dachte ich aus der Ferne, das sind aber große Hunde, die da unterwegs sind. Sie haben sich zwei Meter neben mir hingesetzt. Ich habe ganz laut um Hilfe geschrien.“

Ein Nachbar im Pyjama vertrieb die Geparden mit Skistöcken. „Wir haben sofort Großalarm ausgelöst“, sagt Zoo-Direktorin Sabine Grebner zu ÖSTERREICH (siehe Interview).

Großwildjagd
Um welche Tiere es sich handelt, war rasch geklärt: Die Tür zum Gehege der Geparden war aufgebrochen, und die 15 Monate alten Schwestern Juvi und Raha fehlten. 25 Zoo-Mitarbeiter und 20 Polizisten mit Sturmgewehren gingen auf die „Jagd“. Zur Not hätten sie scharf geschossen. Zum Glück gelang es bald, die Ausreißer einzukreisen und behutsam in Richtung Zoo-Mauer zurückzutreiben. Grebner: „Wir mussten dann einen Schlosser holen, damit er ein altes Gitter in der Mauer aufschneidet.“ Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei.

Die Polizei sucht nun nach den Einbrechern, die sich den bösen Streich im Zoo erlaubt hatten.

ÖSTERREICH: Ist die ganze Aufregung schon vorüber?
Sabine Grebner:
(lacht erleichtert) Ich habe noch nicht einmal meine nasse Hose ausziehen können – die ist vom Gras und dem Durchqueren von Bächen nass geworden.

ÖSTERREICH: Wie sind die Tiere entkommen?
Grebner:
Ein Tierpfleger hat entdeckt, dass das Schloss aufgebrochen war.

ÖSTERREICH: Haben Sie einen Verdacht?
Grebner:
Es kommt immer wieder vor, dass Jugendliche in der Nacht als Mutprobe über die Zoomauer klettern und eine Schaufel verstecken. Aber dieser Streich war dumm und unverantwortlich.

ÖSTERREICH: War es schwer, die Ausreißer einzufangen?
Grebner:
Nein, sie waren in ständigem Rufkontakt mit der Mutter, die zwar auch entkommen, aber noch hinter der Zoomauer war. Wir haben dann von einem Schlosser ein altes Gitter in der Mauer aufschneiden lassen und die Tiere behutsam zurück ins Gehege getrieben.

ÖSTERREICH: Wie gefährlich war die Aktion?
Grebner:
Geparden sind die ungefährlichsten Raubkatzen. Jede Dogge ist größer und schwerer. Sie haben ein Gebiss wie ein Königspudel. Trotzdem: Es handelt sich um Wildtiere. Daher darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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10.06 Uhr:
Die Salzburger Polizei verfolgte den Ausflug der Geparden zur Sicherheit mit Sturmgewehren. Etwas mehr als zwei Stunden waren die Raubkatzen frei unterwegs.

9.57 Uhr: Tiere von Mutter "zurückgerufen"
Die beiden Jungtiere sind den Rufen der Mutter gefolgt - und auf diese Art wieder in ihr Gehege zurückgekehrt.

9.08 Uhr: Mutprobe?
Laut Zoo-Direktorin Sabine Grebner könnte es sich um eine Mutprobe von Jugendlichen gehandelt haben. "Das war eine sehr dumme Mutprobe, und die kann einfach auch fatal ausgehen“, wird Grebner im ORF Salzburg zitiert.

9.02 Uhr: Die Raubkatzen sind nach ihrem "Ausflug" von selbst durch eine von den Tierpflegern eigens geöffnete Tür wieder in den Zoo zurückgekehrt. Doch wie konnten sie entkommen? Jugendliche sollen in der Nacht das Gehege geöffnet haben, zitiert der ORF Zoo-Chefin Sabine Grebner. So etwas käme immer wieder vor.

8.52 Uhr: Die Geparden sind wieder eingesperrt.

8.46 Uhr: Die Geparden sitzen auf einer Wiese im Bereich der Mauer. Tierpfleger und ein Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr stehen bereit.

8.44 Uhr: Derzeit ist unklar, wann und wie die beiden Geparden entkommen konnten.

8.39 Uhr: Im Zoo nimmt man an, dass die Raubkatzen überhaupt nicht betäubt werden müssen, sondern durch eine geöffnete Tür in ihr Gehege zur Mutter zurückkehren werden.

8.35 Uhr: "Die beiden werden froh sein, wenn sie ihren Ausflug beendet haben", glaubt Beck. Es handelt sich um weibliche Jungtiere, die im Vorjahr geboren wurden.

8.30 Uhr: Die Tiere haben sich durch einen extra geöffneten Ausgang in der Mauer wieder in das Areal des Tiergartens in Hellbrunn begeben. "Die Mutter ruft nach ihnen, und die beiden folgen den Rufen",  sagt Zoo-Sprecherin Christine Beck.

8.06 Uhr: Die Exekutive hat Kontakt mit dem Tiergarten aufgenommen. "Es wird nun versucht, die Tiere möglichst schonend wieder einzufangen", sagte Loipold. Vermutlich werden sie betäubt. Zwischenfälle gab es bisher keine.

Geparde sind die schnellsten Landtiere überhaupt. Doch sie gelten - zumindest für Menschen - als eher harmlose Raubtiere. "Sie fressen keine Menschen", sagte Christopher Landsberg, Leiter des Kölner Zoos. Dort war im März ein Gepard ausgebrochen. Dessen Ausflug dauerte jedoch nur 20 Minuten - danach versuchte er, wieder in sein Gefängnis zu gelangen.

Was passieren kann, wenn ein Gepard mit einem Menschen spielen will, zeigt diese Attacke auf eine Touristin im Nationalpark bei Port Elisabeth in Südafrika: