Falscher Doktor wegen Betruges verhaftet

Salzburg

Falscher Doktor wegen Betruges verhaftet

52-Jähriger soll mindestens acht Firmen um 450.000 Euro gebracht haben.

Ein 52-jähriger Geschäftsmann aus dem Salzburger Flachgau soll 2014 durch Betrug mindestens acht Firmen um 450.000 Euro geschädigt haben. Laut Polizei hat er für den Kauf dreier Luxusautos eine offenbar fingierte Generalvollmacht in Höhe von rund drei Millionen Euro vorgelegt. Sein weltmännisches Auftreten soll er mit einem erkauften Doktortitel untermauert haben. Er sitzt jetzt in U-Haft.

Der Betrag der Generalvollmacht eines angeblichen Partners des Salzburgers war der Polizei zufolge nicht gedeckt. Diese Vollmacht soll der finanzielle Background für die Geschäftsabwicklungen des Salzburgers gewesen sein. Die drei Limousinen, die er von Banken mittels Kredit oder über einen Leasingvertrag erworben hatte, hat er dann trotz Eigentumvorbehaltes der Banken weiterverkauft.

Scheinfirma
Der Salzburger soll auch eine Scheinfirma angemeldet und sich als deren Geschäftsführer ausgegeben haben. Dazu mietete er ein Büro im Nahbereich seiner Wohnung an und ließ es von mehreren Firmen luxuriös ausstatten. "Er bestellte Büromaterial im Wert von über 7.000 Euro und bezahlte weder die Kaution noch die Miete für das Büro selbst", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der Landespolizeidirektion Salzburg.

Immobiliendeals
Die Ermittlungen ins Rollen brachten geschädigte Firmen, die Verdacht schöpften und Anzeige erstatteten. Bei Hausdurchsuchungen stellten die Beamten Computer, Laptops, Dokumente sowie Unterlagen über verschiedenste Firmengründungen sicher. Teilweise waren diese Papiere in Millionenhöhe ausgestellt. Die bisherigen Erhebungen ergaben, dass sich der 52-Jährige über seine "Investmentfirma" auch einige Grundstücke und Immobilien kaufte.

Sämtliche sichergestellten Verträge müssen nun überprüft werden. Eine genaue Auswertung der Unterlagen und Auflistung der Fälle werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es seitens der Polizei. Einige geschädigte Unternehmen haben sich bereits Büromaterial und Geräte im Wert von insgesamt 170.000 Euro von dem Salzburger zurückgeholt. Die Person, von der die Generalvollmacht stammen soll, existiert laut Polizei zwar tatsächlich, inwiefern eine Zusammenarbeit mit dem 52-Jährigen erfolgte, müsse ebenfalls noch geprüft werden.

Titelträger
Der Verdächtige wurde in der Vorwoche festgenommen und dann in die Justizanstalt Salzburg gebracht. Bei seiner Einvernahme verwickelte er sich der Polizei zufolge in Widersprüche. Er soll aber zugegeben haben, dass er den "Doktor der Rechtswissenschaften", den er in der Schweiz erlangt habe, bei sämtlichen Rechtsgeschäften trotz Rechtswidrigkeit verwendet hatte. Der Titel sei aber in Österreich nicht anerkannt, der Mann habe auch kein Studium absolviert, erklärte eine Polizei-Sprecherin. Der Beschuldigte wurde am 23. April von Beamten des Stadtpolizeikommandos Salzburg in seiner Wohnung festgenommen. Als Tatzeitraum wurde Juni bis Dezember 2014 angegeben.
 

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