Golling: Waffenlager geräumt

Salzburg

Golling: Waffenlager geräumt

Granaten wurden vom Entminungsdienst in Werfen kontrolliert gesprengt.

Jene zwei Waffendepots, die nach der Explosion einer Granate mit einem schwer verletzten Militaria-Händler in Golling (Tennengau) entdeckt worden waren, sind mittlerweile geräumt. "Alles was gefährlich ist oder auf den ersten Anschein als verboten gilt, wurde abtransportiert", erklärte am Donnerstag der Leiter des Salzburger Landesamtes Verfassungsschutz, Hermann Rechberger.

400 Granaten
Allein um die 400 Stück Granaten verschiedenen Kalibers seien in dem Wohnhaus, wo es vor einer Woche zu der Explosion kam, und in einer Scheune in Golling gelagert worden, schilderte Wolfgang Korner, Leiter des Entminungsdienstes in Wien. Ein kleiner Teil des insgesamt rund vier Tonnen wiegenden Arsenals an Kriegsrelikten, Waffen, Sprengkörpern und Munition wurde in dieser Woche in der nahegelegenen Gemeinde Werfen in einem alten Steinbruch von Beamten des Entminungsdienstes kontrolliert gesprengt, weil ein längerer Transportweg zu gefährlich erschien. Zur Detonation gebracht wurden laut Korner Granaten, Treibladungspulver und Sprengstoffe. "Das war schon eine gewisse Menge, rund 50 Kilogramm."

Das übrige Kriegsmaterial wurde gestern mit einem gepanzerten Lastwagen in einen Munitionsbunker des Entminungsdienstes ins südliche Niederösterreich gebracht. "Es wird als Deposit aufbewahrt und dient als Beweismittel, weil der Fall gerichtsanhängig ist", erklärte Korner. Ein Protokoll über die genaue Stückzahl und Art der Fundstücke wird noch erstellt.

"Alles was unter ein Gefährdungspotenzial fällt, wurde abtransportiert", erläuterte Rechberger. "Was nicht verboten ist, wird wieder zurückgegeben. Unbrauchbare, ungefährliche Kriegsrelikte, Metallschrott, also alles, was keinen Gefechtswert hat, ist zurückgeblieben. Kisten, die ohne Inhalt waren, sind noch in der Scheune." In der Hütte wurden vorgestern, Dienstag, von den Ermittlern rund 40 bis 50 Kisten mit Hunderten Granaten und Patronen sichergestellt.

Das Wohnhaus, in dem der 42-jähriger Militaria-Händler am Donnerstag der Vorwoche beim Entschärfen einer Granate durch die Explosion schwere Verbrennungen erlitten hatte, und auch die Scheune sind mittlerweile wieder zugänglich. Das Platzverbot und auch die Umgebungssperre wurden dem Leiter des Landesamtes Verfassungsschutz zufolge wieder aufgehoben.

Ob es noch weitere Waffenlager des Militaria-Händlers gibt, ist noch nicht geklärt. "Wir haben mehrere Hinweise bekommen. Die Untersuchungen laufen, es ist nichts auszuschließen. Der Verdacht ist aber nicht bestärkt worden", erklärte Rechberger.

Mit dem Militaria-Händler, der weiterhin stationär im Spital betreut wird, hat die Polizei am Dienstag ein erstes Gespräch geführt. Es handelte sich noch nicht um eine formelle Beschuldigteneinvernahme. Die Beamten wollen zuerst auch noch in seinem Umfeld ermitteln. Offenbar will der 42-Jährige seine Sammelleidenschaft beenden, keine Kriegsrelikte mehr mit Metalldetektoren ausgraben und "den ganzen Krempel" verkaufen. Gegen den Gollinger wird wegen Vergehen nach dem Kriegsmaterialgesetz und wegen Gefährdungsdelikten nach dem Strafgesetzbuch ermittelt.

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