Lawinen-Tod: Tourführerin nun verurteilt

Salzburg

Lawinen-Tod: Tourführerin nun verurteilt

Eine mächtige Gleitschneelawine hatte vor einem Jahr in Neukirchen am Großvenediger sieben Schneeschuhwanderer erfasst und mitgerissen. Ein 40-jähriger Urlauber starb, sechs Personen wurden verletzt. Die 47-jährige Wanderführerin aus dem Pinzgau, Martina M., musst sich am Dienstag wegen fahrlässiger Gemeingefährdung am Landesgericht Salzburg verantworten. Die Angeklagte legte ein umfassendes und reumütiges Geständnis ab.

Fahrlässig
Die Pinzgauerin sei trotz der Warnung im Lawinenlagebericht, dass die Lawinengefahr auf „erheblich“ ansteigt, erst gegen 10.30 Uhr am Vormittag und damit „deutlich zu spät“ aufgebrochen, lautete ein Vorwurf der Sachverständigen. Zudem habe sie die Teilnehmer der Tour nicht in Abständen gehen lassen, wie dies aus Sicherheitsgründen notwendig gewesen wäre. Und drittens war die Gruppe dem Strafantrag zufolge nicht ausreichend mit Lawinensuchgeräten, Sonden und Schaufeln ausgerüstet. Sie habe die Gefahrenlage falsch eingeschätzt, gestand die bisher unbescholtene Angeklagte ein.

Urteil

Der Anwalt der Frau, Andreas Ermacora, erbat nach der Urteilsverkündung – zehn Monate bedingt – Bedenkzeit. Einer Angehörigen des toten Deutschen wurde ein Schmerzensgeld von 2.000 Euro zugesprochen.

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