Wegen Spenden bekommt schwer kranker Bub 77.000-Euro-Spritze

Wende: Teure Kur wirkt

Wegen Spenden bekommt schwer kranker Bub 77.000-Euro-Spritze

Graz. Der 13-jährige Georg P. leidet an einen seltenen Gen-Defekt, der immer stärkeren Muskelschwund zur Folge hat. Hilfe könnte eine teure Spritzen-Kur bringen – die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGes wollte diese aber nicht finanzieren. Die Erfolgsaussichten seien zu gering, hieß es. Also formierte sich eine private Spendenaktion. Nun geht es dem Buben besser. 

"Ich kann besser sitzen, ich kann mehr trinken, länger wach bleiben, meine Hände schneller bewegen, was ich früher gar nicht mehr machen konnte", sagt Georg P. gegenüber "orf.at".

Eine neu entwickelte Spritzenkur mit dem Spezialmedikament Spinraza verheißt Hilfe, allerdings kostet eine einzige Spritze etwa 77.000 Euro. Fünf müssen dem Buben insgesamt injiziert werden, danach jährlich vier. Zwei Injektionen bekam er bereits, und sie zeigten eine positive Wirkung. Das Medikament helfe nicht nur, die Krankheit zu stoppen, sondern auch vorhandene Gesundheitsschäden wieder rückgängig zu machen, heißt es seitens der Anwältin der Familie. 

Die Spritzen wurden durch die privaten Spenden finanziert. Die KAGes weigerte sich zu zahlen. Vor Gericht will sie nun erreichen, dass eine Behandlung in der Steiermark möglich wird und dass die Kosten für die Behandlung übernommen werden. Die KAGes sagt in einer Stellungnahme gegenüber "orf", dass mit der positiven Wirkung der Spritzenbehandlung nicht zu rechnen gewesen sei; man teile aber die Freude der Familie und hoffe, dass die positive Wirkung von anhaltender Dauer sein möge.

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