Erstochen, weil sie sich »beschwerte«

Mord an vierfacher Mutter in Graz:

Erstochen, weil sie sich »beschwerte«

Immer mehr traurige Details werden nach dem Mord an einer Afghanin in Graz bekannt. 

Steiermark. Das Opfer der blutigen Messerattacke in der Idlhofstraße – x-mal stach der Ehemann auf die wehrlose Frau und vierfache Mutter ein – hatte zuletzt wohl in ständiger Angst vor seinem psychisch angeschlagenen und gewalttätigen Gatten Abdul R. gelebt.


Gemeinsam mit seinen vier Kindern (8, 12, 14 und 17) war das Paar 2015 mit dem großen Flüchtlingstreck nach Österreich gekommen. Die Familie, vor allem aber der Mann, soll vom Krieg in der Heimat traumatisiert gewesen sein – eine psychische Problematik, die sich in der Fremde aber nur noch steigerte. Alle negativen Gefühle soll er, so berichtet das Umfeld der Afghanen, an anderen ausgelassen haben. Immer wieder soll der 43-Jährige seine Frau gequält und geschlagen haben.

Eifersüchtig auf Nachbarn, dem sie sich anvertraute


Boxhieb. In ihrer Not vertraute sich die 38-Jährige, die nirgendwo allein hindurfte (nur die Kinder zur Schule zu bringen und in die Moschee zu gehen war ihr erlaubt) einem Nachbarn an, von dem sie wusste, dass er in Afghanistan Polizist gewesen war.


Der versuchte, schlichtend zu vermitteln, und erntete daraufhin von dem Angesprochenen einen Eifersuchtsanfall der Sonderklasse, der ihm eine bedingte Haftstrafe einbrachte, weil er Abdul R. im Streit einen Boxhieb auf die Nase verpasste. Das kränkte den in seinem Ehrgefühl entmannten Afghanen offenbar so nachhaltig, dass er ab dann nur noch überzeugter war, dass seine Frau ein Verhältnis mit dem Ex-Polizisten hatte.


Am Mittwoch beim Frühstück – die vier Kinder waren in der Schule – explodierte der Ehe- und Familien­tyrann endgültig. Vielleicht nur nach einem falschen Wort schnappte er sich ein Messer und stach wie ein Irrer auf seine Frau ein. Ein „Blackout“ nennt er jetzt gefühlskalt die letzten Szenen. Da schauderte es nicht nur dem Dolmetscher. 



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