109 illegale Glücksspielgeräte aus dem Verkehr gezogen

Im Zeitraum von 1. Juni bis 31. Dezember 2019

109 illegale Glücksspielgeräte aus dem Verkehr gezogen

In Tirol wurden 109 illegale Glücksspielgeräte aus dem Verkehr gezogen.

Innsbruck. Die im Mai 2019 eigens gegründete Ermittlungsgruppe der Bezirkshauptmannschaften in Tirol und der Landespolizeidirektion gegen das illegale kleine Glücksspiel hat im Zeitraum von 1. Juni bis 31. Dezember 109 Geräte behördlich versiegelt oder beschlagnahmt. Insgesamt seien 448 Kontrollen in 259 Lokalen durchgeführt worden. Dabei ist es außerdem zu sieben Betriebsschließungen gekommen.

"Unsere Klientel schläft aber nicht"

Das illegale Glücksspiel beschäftige die Polizei in Tirol schon sehr lange, meinte Landespolizeidirektor Edelbert Kohler am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Während es früher aber aufgrund der Gesetze schwer gewesen sei, den illegalen Machenschaften Einhalt zu gebieten, habe sich die gesetzliche Lage mittlerweile geändert, so Kohler. Inzwischen seien die klassischen Glücksspielautomaten "im Wesentlichen" verschwunden und die Polizei konnte ihre Bemühungen gegen das illegale kleine Glücksspiel über den Ballungsraum Innsbruck ausweiten.

"Unsere Klientel schläft aber nicht", sagte der Landespolizeidirektor. Die Digitalisierung habe auch in diesem Bereich Einzug gehalten. "Die Spielsüchtigen spielen mittlerweile auf ihren Handys und Tablets", so Kohler. Es sei "extrem schwierig" das zu kontrollieren.

Kampf sei "erfolgreich"

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bezeichnete den Kampf gegen das illegale kleine Glücksspiel in Tirol als "erfolgreich". "109 beschlagnahmte Geräte ist eine beachtliche Zahl", meinte der Landeshauptmann. Es werde alles unternommen, um prekäre Situationen und menschliche Schicksale zu verhindern, fügte Platter hinzu. Rund ein Prozent der Bevölkerung sei von Spielsucht betroffen, führte Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) aus. Ein Viertel der pathologisch Spielsüchtigen habe mehr als 35.000 Euro Schulden, ein weiteres Viertel sogar mehr als 50.000 Euro, sagte Felipe.

In Tirol habe man, was die Gesetze betrifft, seine Hausaufgaben jedenfalls gemacht, betonte die für das Landespolizeigesetz zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP). "Wir wollen den Behörden das notwendige Rüstzeug in die Hand geben, damit sie tätig werden können", erklärte Zoller-Frischauf. So seien beispielsweise Live-Wetten nicht mehr erlaubt, um das Suchtverhalten nicht zu fördern, meinte die Landerätin.

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