Frühmittelalterliche Waffen entdeckt

Archäologischer Überraschungsfund im Dachboden

Mittelalterliches Kurzschwert und Speerspitze sind über 1.300 Jahre alt.

Innsbruck. In einem Dachboden in Innsbruck sind frühmittelalterliche Waffen gefunden worden - ein mittelalterliches Kurzschwert und eine Speerspitze. Die beiden Waffen sind laut Experten über 1.300 Jahre alt, teilte die Universität Innsbruck am Freitag mit.

"Üblicherweise sind Dachbodenfunde maximal 200 bis 300 Jahre alt", erklärte Florian Messner, Mitarbeiter am Institut für Archäologien. Aufgrund ihrer Bauart schätzte der Experte allerdings, dass das mittelalterliche Kurzschwert, der sogenannte Sax, und die Speerspitze aus dem späten 7. Jahrhundert stammen.

Waffen aus Kriegergrab

"Saxe lassen sich sehr gut datieren. Diese Art des Kurzschwerts hat immer einen breiten Klingenrücken und ist nur einseitig geschliffen - die Länge, der einseitige Schliff und der breite Rücken beim Fundstück sind typisch für einen Schweren Breitsax aus dem frühen Mittelalter", erläuterte Messner. Die Tatsache, dass der Sax gemeinsam mit einer Speerspitze gefunden wurde, würde dafür sprechen, dass der Fund aus einem Krieger-Grab stammt. "Häufig wurden Krieger zu dieser Zeit mit Sax, Speer und Schild bestattet", so der wissenschaftliche Mitarbeiter.

Auch die Speerspitze sei etwas Besonderes. Dabei handle es sich um einen eigenartigen Typ, den man noch nicht genau zuordnen könne. "Das ist typisch für das Frühmittelalter, denn im Gegenteil zum Sax, für dessen Herstellung sehr gute Schmiedekenntnisse benötigt wurden, konnte jeder fähige Dorfschmied eine Speerspitze schmieden", so Messner.
 
Auch wenn es auf den ersten Blick anders wirke, seien beide Fundgegenstände in ausgezeichnetem Zustand. Der Finder erklärte sich übrigens bereit, die Waffen dem Institut für Archäologien für die weitere Untersuchung und anschließende Ausstellung im Archäologischen Museum der Universität Innsbruck als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen.

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