Bergrettung - Symbolbild

Mehr Unfälle

Berge tödlicher als Straßen

Während die Zahl der Verkehrstoten von Jahr zu Jahr abnimmt, bleibt die der am Berg Verunglückten konstant. Die Opfer: 85 Prozent Männer.

Knapp dem Tod entronnen sind am Mittwoch ein Spanier (54) und sein Skilehrer (59): Die beiden Männer stiegen mit Tourenskiern auf das Erljoch in Reutte (T) auf. Kurz nach 11 Uhr auf 2.100 Metern Seehöhe löste sich eine Lawine und riss die Tourengeher 40 Meter in die Tiefe. Glück: Die beiden wurden nur leicht verschüttet und konnten sich selbst befreien. Der Skilehrer konnte am Donnerstag bereits wieder seine Arbeit aufnehmen.

Todes-Bilanz
Aber nicht immer gehen derartige Unfälle so glimpflich aus. „In Tirol und in Vorarlberg sterben doppelt so viele Menschen in den Bergen, wie auf der Straße“, so Karl Gabler vom Kuratorium für Alpine Sicherheit. Österreichweit verunglückten 2007 auf den Bergen 325 Menschen tödlich. Spitzenreiter Tirol verzeichnete 118 Tote. Allein in dieser Wintersaison starben bereits 20 Menschen infolge von Lawinen. Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit findet die Entwicklung besorgnis­erregend. Denn während im Straßenverkehr die Zahl der Toten abnimmt, ist bei den Todesopfern, die die Unfälle am Berg fordern, keine Trendwende absehbar.

Besonders gefährdet sind vor allem Junge und Männer (85 Prozent aller Unfallopfer) von 21 bis 40 Jahren. Hannes Müller vom Kuratorium für Verkehrssicherheit: „Einerseits sind allgemein mehr Männer im alpinen Sport aktiv, etwa beim Tourengehen. Andererseits haben sie eine höhere Risikobereitschaft.“

Alpinschulung
Als Reaktion auf diese Schreckens­bilanz hat der Verein zur Information über alpine Gefahren an acht Innsbrucker Schulen ein Präventions­projekt gestartet. Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Platzgummer: „Unter dem Motto: Snow-How können 700 Schüler einen ganzen Tag lang über alpine Risiken lernen. In der Schule und auf der Piste!“ Finanziert wird das Projekt von der Stadt gemeinsam mit fünf weiteren Sponsoren. Der Berg- und Skiführer Klaus Kranebitter: „Nachmittags sind an die hundert Schüler im Skigebiet Nordpark, wo sie gemeinsam mit geschulten Berg- und Skiführern üben.“

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