Video zum Thema Fünffach-Mord in Kitzbühel: Pressekonferenz der Polizei
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"Das war nicht annähernd absehbar"

Das Polizei-Protokoll der Kitzbüheler Horror-Nacht

Walter Pupp, Chef des Tiroler Kriminalamtes, und Martin Reisenzein, Kitzbüheler Bezirks­polizeikommandant, sollen die Hintergründe der Wahnsinnstat klären. Martin Reisenzein hat als Polizist schon viele Einsätze gehabt, jetzt sagt er: „In meiner 20-jährigen polizeilichen Laufbahn kann ich mich an nichts Derartiges wie diese Bluttat erinnern.“ Das habe es in dieser Form in Tirol noch nie gegeben, alle sind tief schockiert. Letztlich sei Kitzbühel eine kleine Ortschaft, man kenne einander.

"Habe gerade fünf Personen getötet", erzählt er

Punkt für Punkt schildern die Polizisten in einer Pressekonferenz, was sich in der Nacht zum Sonntag ereignet hat:

  • Reisenzein: „Gegen sechs Uhr kommt der junge Mann in die Polizeiinspektion. Er legt die Tatwaffe auf den Tresen, sagt klar und völlig emotionslos: ‚Ich habe gerade fünf Personen getötet.‘“ Der Täter spricht „ganz normal, er hat die Tat völlig ruhig kommuniziert“, so Reisenzein. 25 Polizisten rasen zum Tatort. Sie finden die fünf Todesopfer. ­Ermittler Walter Pupp: „Im Wohnhaus lebte das 19-jährige Mädchen, das vor etwa zwei Monaten die Beziehung zum Tatverdächtigen beendet hatte.“ Und: „Offenbar hatte sie einen neuen Freund.“

Erst Streit mit dem Vater, dann die Todesschüsse

Schließlich schildern die beiden Polizisten die Chronologie der Nacht:

  • In den frühen Morgenstunden fährt der Tiroler völlig nüchtern, aber rasend vor Eifersucht zum Wohnhaus seiner Ex-Freundin. Er läutet Sturm, der Vater des Mädchens öffnet. Es kommt zu einem wilden Streit. Der Vater fordert den Ex-Freund dann auf, zu gehen.
  • Dieser fährt nach Hause, holt die Schusswaffe seines Bruders und kehrt gegen 5.30 Uhr zum Haus seiner Ex-Freundin zurück.
  • Wieder öffnet der Vater die Tür: „Er wird erschossen. Anschließend geht der 25-Jährige ins Zimmer des Bruders seiner Ex-Freundin und tötet auch diesen. Zuletzt ermordet er die Mutter“, schildert Pupp.
  • Über den Balkon steigt er zur Wohnung seiner Freundin: „Er schlägt die Fensterscheibe ein, erschießt seine Ex-Freundin und deren neuen Freund.“ Polizist Reisenzein: „Er kennt sich im Haus sehr gut aus, weil er dort auch offenbar mehrere Monate gemeldet war. Deshalb hat er genau gewusst, wer wo schläft.“

Und: „So eine Eskalation war nicht annähernd absehbar“, betont Ermittler Walter Pupp: „Der 25-Jährige ist nicht vorbestraft und es gab auch keine polizeiliche Vorgeschichte, nur Kleinigkeiten. Er war als ruhige Person bekannt.“ (wek)

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