Messermord: Ging es um einen Drogen-Deal?

Bluttat in Innsbruck

Messermord: Ging es um einen Drogen-Deal?

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 21-jährigen Vorarlberger in der Nacht auf Sonntag gibt es erste Hinweise auf den Hintergrund. Man habe "konkrete Anhaltspunkte", dass die Tat möglicherweise mit einem Suchtmittelgeschäft in einem Lokal in der Innsbrucker "Bogenmeile" kurz zuvor in Zusammenhang steht, sagte LKA-Ermittler Christoph Hundertpfund der APA am Montag.
 

Zeugenaussagen und Videobeweis

Aufgrund der Zeugen und eines Videos ergibt sich ein konkreter Verdacht gegenüber dem amtsbekannten Afghanen Nasir H.. In einem Lokal auf der Bogenmeile hatte sich die 9-köpfige Gruppe rund um das spätere Opfer Michael B. aufgehalten. Anscheinend wollte sich Michael B. vor Ort Cannabis kaufen. Auf dem Video sieht man, wie es bereits im Lokal zu einem Streit zwischen dem Dealer und der Gruppe kam. Weiters erkennt man, wie der Dealer der Gruppe nachlief. Der Verstorbene Michael B. befand sich ganz hinten in der Gruppe.
 
Die Ermittlungen würden aber andauern, hieß es. Genauere Erkenntnisse erwartet sich die Polizei von der Obduktion des Opfers. Ein Ergebnis dürfte voraussichtlich Montagnachmittag feststehen.
 

Verdächtiger streitet alles ab

Der tatverdächtige 24-jährige Afghane wurde indes erneut vernommen, er bestreite die Tat weiterhin, so Hundertpfund. Innerhalb von 48 Stunden müsse die Entscheidung über den Antrag auf Verhängung der Untersuchungshaft fallen. Der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes rechnete damit, dass bis Montagabend die Hauptermittlungsarbeit abgeschlossen sein könnte.
 
Indes wurden auch etliche Mitglieder jener Gruppe aus Vorarlberg befragt, mit denen der 21-Jährige unterwegs war. Nähere Erkenntnisse hätten sich dabei nicht ergeben, "Detailvernehmungen" stünden aber noch an, sagte Hundertpfund. Zudem werde man noch das Material aus den Video- und Überwachungskameras vollständig auswerten.
 

Auf offener Straße erstochen

Der 21-Jährige war am Samstag gemeinsam mit acht Bekannten mit einem Zug aus Vorarlberg gegen 22.00 Uhr in Innsbruck angekommen. Gegen 0.30 Uhr ging die Gruppe in ein Lokal in der "Bogenmeile", welches sie rund 45 Minuten später wieder verließen. Aus bisher unbekannten Gründen wurde die Gruppe danach von einem Unbekannten bis zur Kreuzung Ing.-Etzel-Straße/Museumstraße verfolgt. Dort griff dieser laut Polizei vollkommen unvermittelt und überraschend den 21-Jährigen, der als Letzter in der Gruppe ging, von hinten an. Mit einem Messer dürfte der Täter dem Opfer ein oder zwei Stich- bzw. Schnittverletzungen im Halsbereich zugefügt haben.
 
Der Vorarlberger wurde nach der Erstversorgung durch einen Notarzt sofort in die Innsbrucker Klinik eingeliefert. Dort erlag er jedoch wenig später seinen schweren Verletzungen.
 
Der Täter flüchtete unmittelbar nach der Attacke zu Fuß in Richtung Norden. Im Zuge einer Alarmfahndung nahm die Exekutive zwei Afghanen vorübergehend fest. Einer von ihnen, ein 20-Jähriger, wurde schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Sein 24-jähriger Landsmann wurde hingegen in das Polizeianhaltezentrum gebracht.
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