Hier flüchten die letzten Touristen aus Ischgl & Co.

Ganze Gemeinden in Quarantäne

Hier flüchten die letzten Touristen aus Ischgl & Co.

Das Paznauntal und St. Anton am Arlberg wurden am Freitag isoliert. Die letzten Touristen wurden aufgerufen die Heimreise anzutreten.

Die seit Freitag isolierten Orte in Tirol sind besonders von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen, wie auch jüngste Zahlen bestätigter Fälle zeigen. Knapp zwei Drittel der aktuell 170 positiv getesteten Personen in Tirol weisen einen Bezug zum Paznauntal und zu St. Anton auf, teilte das Land am Freitag mit. Unterdessen wurde bekannt, dass auch das Bundesheer zum Assistenzeinsatz gerufen wird.

Im Laufe des Nachmittages wurden weitere 29 Menschen positiv getestet - alleine davon stehen 20 in Zusammenhang mit St. Anton, Ischgl und Kappl, hieß es. "Wir haben jetzt noch die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Zahl der Infizierten einzuschränken", rechtfertigte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) die restriktive Maßnahme.

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Assistenzeinsatz des Bundesheeres wird erweitert

Das Österreichische Bundesheer verstärkt seinen Einsatz in Tirol zur Bewältigung des Corona-Virus mit weiteren 30 Soldaten. Die Assistenzkräfte sollen das gesundheitsbehördliche Abreisemanagement von ausländischen Gästen aus dem Paznauntal und St. Anton am Arlberg unterstützen, teilte das Militärkommando Tirol am Freitagabend mit.

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Dabei gehe es vor allem um die geordnete Rückreise von ausländischen Gästen in ihre Heimatländer unter Berücksichtigung gesundheitsmäßiger Vorgaben, hieß es in einer Aussendung. Die Assistenzkräfte werden vom Militärkommando Tirol und dem Stabsbataillon 6 abgestellt. Der Einsatz ist den Angaben zufolge vorerst bis 16. März 2020 geplant. Bisher standen acht Soldaten auf dem Grenzübergang am Brenner im Assistenzeinsatz zur Unterstützung der Gesundheitschecks.

"Das Bundesheer steht in ganz Österreich bereit, um die Gesundheitsorgane und die Polizei zu unterstützen", betonte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). "Wir sind in der Lage, jederzeit und rasch zu helfen und unsere Expertise einzubringen", teilte sie mit.

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Polizeikontrollen vor dem Paznauntal

Indes garantierte das Land, dass die Versorgung in den Gemeinden weiter aufrechterhalten bleibt. Die Ein- und Ausreise werde für "die Gesundheitsversorgung bzw. allgemeine Versorgungsfahrten und Dienstleistungen im Bereich der Daseinsvorsorge sowie individuell nicht verschiebbare Fahrten wie etwa jene von Dialysepatienten" weiterhin möglich sein.

Kurz konferierte mit Paznauner Bürgermeistern

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat Freitagabend mit den Bürgermeistern des von einer Corona-Quarantäne betroffenen Paznauntals telefonisch konferiert. Der Regierungschef hat den betroffenen Gemeinden dabei Hilfe bei medizinischen Angelegenheiten zugesichert, sollte das notwendig sein. In regelmäßigem Abstand will man weiter in Kontakt bleiben.

Das Paznauntal, das vom Coronavirus besonders stark betroffen ist, wurde auf Wunsch Tirols von der Regierung am Freitag für zwei Wochen isoliert. Nur ausländische Gäste durften die Heimreise antreten, allerdings wurden ihre Personalien aufgenommen und die Behörden in den Heimatländern informiert. Die Einheimischen, österreichische Urlauber sowie das Personal in Ischgl, Kappl, Galtür und See müssen zwei Wochen in den Orten bleiben. Häusliche Quarantäne gibt es jedoch nicht.



 

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