11. April 2019 23:15
Horror-Bluttat in Wohnung
Vergewaltiger in "blinder Wut" getötet
Weil er sich an einer jungen Inderin vergangen hatte, wurde ein Pakistani vom Freund der Frau regelrecht abgeschlachtet.
Vergewaltiger in "blinder Wut" getötet
© oe24

Tirol. Am Donnerstag bestätigte die Polizei, was ÖSTERREICH-Leser bereits seit Mittwochabend wissen: Wie berichtet, war der „Todesfall“ eines Pakistani in einer Unterkunft in Innsbruck-Wilten offenbar ein brutaler Fall von Selbstjustiz und „blinder Wut“, wie der mutmaßliche Haupttäter später in der Einvernahme zugeben sollte.

Fiel 28-Jähriger bei Hand­gemenge ins Messer?

Nach letztem Erkenntnisstand hatte das spätere Opfer, der 28-jährige Asylwerber A. J., mit einem Bekannten, dem Chef von zwei Restaurants in Tirol, sowie dessen Freundin und einer guten Bekannten (alle drei sind indische Sikhs) in der Wohnung des Gastronomen eine Party gefeiert. Dabei wurden zwei Flaschen Wodka, Cola und eine Flasche Wein geleert. Um 3 Uhr in der Nacht auf Mittwoch wurde es dann der reinste Horror:

Als nämlich der Lokalchef (22) zur Toilette ging, hörte er nach eigenen Angaben plötzlich Hilfeschreie. Sofort rannte er zurück ins Wohnzimmer, wo der Pakistani mit einem Messer in der Hand dagestanden sein soll und eine oder beide Frauen begrapscht oder gar missbraucht haben dürfte. Die Angaben der Beteiligten sind in den Details noch widersprüchlich. Daraufhin sei es zu einem Handgemenge der beiden Männer gekommen, wobei der Sex-Täter ins Messer gefallen und gestürzt sei.

Anstatt aber Rettung oder Polizei zu rufen, schnappte sich der Inder das Messer und stach dem Kontrahenten elf Mal in den Bauch.

Möglicherweise waren die beiden Frauen bei den folgenden Geschehnissen aktiv beteiligt und hielten den Pakistani fest, der in Folge zu Tode gefoltert worden sein könnte: Man schnitt ihm die rechte Hand ab, zerfetzte ihm mit dem Messer eine Wange und soll ihm auch noch weitere Verstümmelungsverletzungen zugefügt haben.

Mord, Totschlag oder ein irrer Notwehrexzess

Bei Auffindung der Leiche wurde selbst den hartgesottenen Mordermittlern schlecht. Beim Notruf hatte übrigens eine Bekannte der Frauen (20 und 21) aus Dänemark Alarm geschlagen, nachdem die Freundinnen sie in der Früh angerufen hatten, dass in der Nacht etwas Schreckliches passiert sei. Ob die drei Inder wussten, dass der Tote ein verurteilter Sexualstraftäter war (siehe Kasten unten), ist unklar.

Die beiden Männer dürften sich schon länger kennen – auf Facebook sind sie jedenfalls befreundet. Die U-Haft für die drei Verdächtigen wurde beantragt. Die Frage ist: War es Mord, Totschlag oder ein ex­tremer Fall von Notwehrüberschreitung? Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Akte des Pakistani – warum kam er vorzeitig aus der Haft wieder frei?

Wie fast jeder Mordfall in jüngster Zeit offenbart auch der Tod von A. J. wieder viele Fragen, die sich Justiz und Asylamt gefallen lassen müssen. Die Unangenehmste: Warum kam der 28-Jährige, der 2014 wegen Vergewaltigung, Missbrauch von Unmündigen und sexueller Belästigung an gut einem Dutzend Opfer, der dafür ohnehin nur fünf Jahre Haft ausfasste, nach bereits drei Jahren wieder frei? Und warum durfte er sich nach abgelehnten Asylanträgen in Griechenland und Ungarn überhaupt in Österreich aufhalten? Frecherweise stellte der Pakistani in Haft sogar einen weitern Asylantrag, der aber abgelehnt wurde. Mit Entlassung aus der Haft bekam er acht Jahre Einreiseverbot nach Österreich, wurde aber nicht in die Heimat abgeschoben. Stattdessen zog er als U-Boot in Europa umher (es gibt Facebook-Fotos aus Norditalien und Frankreich) und tauchte regelmäßig in Tirol auf, wo er jetzt ums Leben kam.

(kor)