Das Protokoll der Serben-Krawall-Nacht in Wien

Randale & Hassparolen

Das Protokoll der Serben-Krawall-Nacht in Wien

Dutzende serbische Fußball-Fans hatten sich Freitag das WM-Spiel ihres Heimatlandes gegen die Schweiz in Kaliningrad in zwei Lokalen in der Ottakringer Straße angesehen.

Erst herrscht Euphorie: Die Serben gehen mit 1:0 in Führung. Die Anhänger lassen ihrer Freude freien Lauf, strömen aus den Lokalen und blockieren anschließend die Fahrbahn, sodass der Verkehr in der Ottakringer Straße zum Erliegen kommt und auch die Straßenbahn nicht mehr fahren kann. Die Polizei reagiert, indem sie mit einem Großaufgebot ins Grätzel anrückt und die Straße auf einem Teilstück komplett abriegelt.

Serben Ottakring © oe24

Provokationen

Dann schlägt die Stimmung um. Als die Schweizer das Spiel in der Schlussminute drehen und zwei Schweizer Spieler mit kosovarischen Wurzeln nach dem entscheidenden Tor zum 2:1-Sieg auch noch provokant jubeln und den „albanischen Adler“ zeigen, wird aus purer Freude Wut.

Vier Serben – drei 19-Jährige und ein 20-Jähriger – rasten schließlich völlig aus, lassen sich auch von ihren Landsleuten nicht beruhigen und bewerfen die einschreitenden Polizisten mit Glasflaschen sowie pyrotechnischen Gegenständen. Die Randalierer können identifiziert und festgenommen werden.

Serbien Serben Fans Ottakring © oe24

Video zum Thema Video vom Polizei-Großeinsatz in Ottakring
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Streife

Während die Beamten versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen – auch ein Polizeihubschrauber kreist über dem Gebiet –, lassen weitere Fans ihren Frust an einer Polizeistreife aus, reißen den Außenspiegel ab, zerkratzen den Lack und treten Dellen in die Karosserie. Verletzt wird dabei niemand. Aber ein Video (siehe rechts) zeigt, wie explosiv die Situation war.

Auch am Karmeliterplatz in Graz gerieten rivalisierende Fans heftig aneinander. Sechs Anhänger wurden festgenommen und vier Beamte verletzt.

Video zum Thema So jagten Serben-Fans Albaner durch Wien
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Nach Provokation: Serben rufen "Tötet, tötet den Albaner"

Ein Video zeigt, wie brisant die Situation in Ottakring war: Serben skandieren Schlachtrufe. Aus einem Auto heraus zeigt ein Mann die albanische Flagge, worauf die Serben immer wieder brüllen: „Tötet, tötet, tötet den Albaner!“ Der steigt aus dem Auto und zeigt die Flagge sogar hoch. Ein Polizist drängt ihn, einzusteigen und wegzufahren. Gerade noch rechtzeitig, bevor ihn die serbischen Fans zu jagen beginnen.

WM-Kracher Serbien - Brasilien nur auf oe24.TV

Der Schlager zwischen den heißblütigen Serben und Rekordweltmeister und Titelfavorit Brasilien am kommenden Mittwoch um 20 Uhr verspricht Hochspannung. Nach den Ausschreitungen am Freitag in der Ottakringer Straße, bei denen die serbischen Fans den Verkehr im Grätzel lahmlegten, ist die Polizei für das Entscheidungsspiel in Gruppe E jedenfalls vor allem in Wien und Graz in Alarmbereitschaft.

Auf Facebook und Twitter wird bereits unter den serbischen Fans mobil gemacht und zu Kundgebungen aufgerufen.

oe24.TV zeigt den WM-Hit um die Entscheidung in Moskau, wer’s ins Achtel­finale schafft, live. Am Mi­krofon: die Kult-Kommentatoren Edi Finger junior und Robert Seeger.

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