Ganzer Ort kämpft für Familie

Protest gegen Abschiebung ohne Grund

Ganzer Ort kämpft für Familie

Eine bestens integrierte Familie soll aus Tirol abgeschoben werden. Warum?

Wien/Tirol. Heute soll Magomed Magomedov aus dem Polizeianhaltezentrum geholt, in ein Flugzeug gesetzt und in seine Heimat Dagestan rückgeführt werden. Mit ihm seine Ehefrau und die drei Kinder. Eine Abschiebung, die quer durch die Parteien und die Gesellschaft für Empörung sorgt.

Lichtermeer. Von der SPÖ und ÖVP bis zur FPÖ, von den Bewohnern aus Lienz in Osttirol, bis zum Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler, haben sich alle für den Verbleib der bestens integrierten Familie ausgesprochen. Rund 1.000 Menschen kamen am Sonntagabend in Lienz zur Solidaritätskundgebung für die fünfköpfige Familie. Die Unterstützer hofften jetzt noch auf das Bundesverwaltungsgericht. Doch das Bundesamt für Asyl (BFA) kennt keine Gnade, nahm den Vater in Schubhaft, als er seine Tochter in den Kindergarten brachte. Die Familie war ursprünglich geflüchtet, nachdem der Vater in seiner Heimat Zeuge eines Mordes geworden war und deshalb um sein Leben fürchtete.

Wut. Elisabeth Blanik, die Bürgermeisterin von Lienz und SPÖ-Chefin von Tirol, ist ­außer sich vor Wut: „Was ist politisch in diesem Land los? Was ist mit den Beamten los, die so etwas exekutieren?“, fragt sie Richtung ­Innenministerium. Seit Februar lag der Antrag der Familie Magomedov auf humanitäres Bleiberecht beim BFA – angeblich unbehandelt.

Vergangenen Freitag wurde er abgelehnt und umgehend vollzogen. Dagegen sollen noch Rechtsmittel ergriffen werden.

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