Klima-Streik: Schülerproteste am Freitag in ganz Österreich

Größte Demo in Wien

Klima-Streik: Schülerproteste am Freitag in ganz Österreich

In Österreich hat die Organisation "FridaysForFuture" in fast allen Landeshauptstätten zu Schulstreiks und Demos ausgerufen. Die größte davon wird in Wien stattfinden. "Wir rechnen mit sehr vielen Teilnehmern", sagte Organisatorin Katharina Rogenhofer am Dienstag in einer Pressekonferenz.
 

Protestwelle von schwedischer Schülerin Greta Thunberg ausgelöst

Die internationalen Proteste wurden von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ausgelöst. Sie begann im August 2018 damit, vor dem Parlament in Stockholm für einen stärkeren Einsatz Schwedens gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Ihr "Schulstreik fürs Klima" fand Tausende Nachahmer in aller Welt, die 16-Jährige selbst wurde zum Gesicht der internationalen Klimaschutzbewegung. Am Freitag soll das bisher größte Zeichen gesetzt werden. "90 Länder nehmen teil, hier wird Geschichte geschrieben", meinte Rogenhofer.
 

"FridaysForFuture" will in Gespräche mit Bundesregierung treten

Der Grund für das Engagement der jungen Leute ist einfach: "Wir können nicht die Zeit absitzen, bis wir an den politischen Hebeln sitzen, wir müssen jetzt handeln, wenn wir noch gut leben wollen", unterstrich Mitorganisator Johannes Stangl. Nur die Politik könne die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. "FridaysForFuture" will deshalb in Gespräche mit der Bundesregierung treten. "Wir sind eine politische und keine Spaßbewegung", unterstrich Stangl.
 

"Wir wollen ein Zeichen setzen"

In Österreich verzeichnet die "FridaysForFuture" regen Zuspruch. Für Freitag hätten sich in vielen Schulen ganze Oberstufenklassen samt Lehrern und Direktoren angekündigt. "Wir wollen ein Zeichen setzen, um zu zeigen, wie viele wir sind", sagte Stangl.
 

Schülerforderungen "sind vollkommen berechtigt und wissenschaftlich belegt"

Unterstützt wird die Aktion auch von der Klimaschutzinitiative "Scientists4Future", der unter anderen die Klimawissenschafterin Helga Kromp-Kolb und ZAMG-Direktor Michael Staudinger angehören. "Die Forderungen der Schüler sind vollkommen berechtigt und wissenschaftlich belegt", sagte Kromp-Kolb. Die derzeitigen Maßnahmen der Politik zum Schutz des Klimas würden bei Weitem nicht ausreichen. Entsprechend unterstützten mehr als 12.000 Wissenschafter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer Stellungnahme die "FridaysForFuture"-Initiative.
 

"Sind gerade dabei, die Welt an die Wand zu fahren"

"Wir sind gerade dabei, die Welt an die Wand zu fahren und geben auch noch Gas", unterstrich auch der Präsident des Wissenschaftsfonds (FWF), Klement Tockner. Die Auswirkungen des Temperaturanstiegs sind nicht nur an der Zunahme von Extremwetterphänomenen abzulesen: Die Zahl der Hitzetoten überstieg zuletzt laut Staudinger etwa mit über 600 die Zahl der Verkehrstoten.
 

Junge Leute sind die Hauptbetroffenen

Dass junge Leute für den Klimaschutz eintreten, wunderte die Wissenschafter nicht - schließlich sind sie auch die Hauptbetroffenen. "Entwicklungen passieren oft unter der Oberfläche", sagte die Klimaforscherin. Durch die Aktion von Thurnberg sei diese aufgebrochen.
 

Faßmann: "nicht unbedingt am Vormittag (...), wenn gleichzeitig Schulpflicht gilt"

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zeigte am Rande einer Pressekonferenz am Dienstag zwar grundsätzliche Sympathien dafür, dass die Schüler sich im Sinne der Politischen Bildung "mit wesentlichen Fragestellungen von Gesellschaft und Zukunft auseinandersetzen. Aber die aktive Beteiligung muss nicht unbedingt am Vormittag stattfinden, wenn gleichzeitig auch Schulpflicht gilt."
 

In Wien ab 10 Uhr, in Graz ab 18.30 Uhr

In Wien werden die Schüler einander am Freitag zwischen 10.00 und 11.00 Uhr an fünf Punkten treffen, um zum Heldenplatz zu gehen, wo dann Reden und ein Musikprogramm auf dem Programm stehen. Gemeinsam geht der Demo-Zug anschließend über den Ring, um bei mehreren Ministerien und beim Bundeskanzleramt, Zwischenkundgebungen zu machen. In Graz findet ab 18.30 Uhr am Tummelplatz ein Lichtermeer statt.
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