Kampf gegen Viel-Ehen in Österreich

40 Fälle

Kampf gegen Viel-Ehen in Österreich

Wien. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden in Österreich 40 Fälle von Mehrfachehen angezeigt. Seit 2002 waren es 501. 60 Personen wurden seither verurteilt. Das Justizministerium bestätigte gegenüber ÖSTERREICH  diese Zahl. Islam-Experte Amer Bayati hält die Dunkelziffer aber für weitaus höher: „Vorm Standesamt wird eine Frau geheiratet, die Zweit- oder Dritt-Ehe wird danach in der Moschee vor dem Imam geschlossen“, so Bayati.

Als offizielle Ehefrauen werden sie bei den österreichischen Behörden schließlich nicht gemeldet, sagt der Experte: „Bei vielen islamischen Zeremonien sind auch keine Trauzeugen dabei.“ Deshalb sei die Beweisführung wegen Bi- oder Polygamie kaum oder nur sehr schwer durchführbar: „Offiziell sind die Zweit- und Drittfrauen dann Cousinen.“

Einbürgerung. Ausgelöst wurde die Diskussion um Mehrfachehen zuletzt durch einen Fall in Deutschland: Der 40-jährige Syrer Abboud Sweid ist mit drei Frauen verheiratet, hat 13 Kinder, kassiert für alle Familien Kindergeld: 3.759 Euro pro Monat. Die Frauen hat er bereits in Syrien geheiratet. Nun will der Flüchtling samt Ehefrauen in  Deutschland eingebürgert werden.

In Wien rief zuletzt Imam Ahmad Nasser in der Al-Fath-Moschee im 15. Bezirk zur Vielehe auf: „Gerechtigkeit ist nicht so einfach, aber wer das schafft, kann mehrere Frauen heiraten“, so der Imam.
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