'Kein Raum für Nazis'

Wieder Protest an Uni gegen FPÖ-Professor

Studenten kamen mit Plakaten in den Hörsaal und forderten Entlassung.

Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit haben linke Demonstranten am Dienstag eine Vorlesung des FPÖ-Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien gestört. Mit Plakaten und Sprechchören bekundeten sie ihren Unmut darüber, dass der umstrittene Professor weiter an der Uni unterrichten darf. Wie bei einer ähnlichen Protestaktion vor zwei Wochen forderten die Studenten die sofortige Entlassung Höbelts.

 



"Es ist ein Skandal, dass Höbelt noch an der Uni Wien unterrichten darf", beschwerte sich Noah Scheer, Präsident der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH), am Dienstag in einer Aussendung. Die Demonstranten stoßen sich daran, dass Höbelt vor wenigen Tagen bei der FPÖ-nahen Herbstakademie zum Thema "Volk" gemeinsam mit als rechtsextrem eingestuften Personen wie etwa Götz Kubitschek aufgetreten ist - und trotzdem seine "kruden Thesen" an der Uni verbreiten darf, teilten sie mit. Die Höbelt-Gegner sehen akuten Handlungsbedarf und betonen: "Rechtsextremes Gedankengut und Holocaust-Verharmlosung dürfen keinen Platz an Hochschulen haben".

Wie beim letzten Mal hatten die Studenten am Dienstag ein Plakat mit der Aufschrift "Kein Raum für Nazis an der Uni" dabei. Zudem riefen sie "Nazis raus" durch den Hörsaal und skandierten antifaschistische Parolen. "Wir wollen eine Universität, an der niemand unwidersprochen die Geschichte verdrehen kann, an der von Rassismus Betroffene ohne Angst in ihre Vorlesungen gehen können, an der es keinen Platz für reaktionäre Ideologien gibt", forderten die Demonstranten.

Nach einer Störaktion Ende November hatte die FPÖ Konsequenzen für die Demonstranten gefordert. Parteiobmann Norbert Hofer sprach von "linken Krawallmachern", die in die Schranken gewiesen werden müssten. Vonseiten der Universität Wien verwies man auf die Meinungsfreiheit.
 

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