Krieg gegen E-Scooter-Wahnsinn

Ärger über Aggro-Fahrer & Stolperfallen

Krieg gegen E-Scooter-Wahnsinn

Sie gelten als die neue Mobilitätslösung für verstopfte Innenstädte: Mit wendigen E-Scootern kann man dem Stau einfach davonfahren, und kommt nicht einmal ins Schwitzen. Auch in Wien und anderen österreichischen Städten boomt der Verleih der elektrischen Tretroller. Doch immer mehr Unmut macht sich breit. Die mittlerweile Tausenden E-Scooter blockieren die Gehsteige. Nutzer stellen sie achtlos ab, umgefallene Roller werden zu Stolperfallen. Immer wieder kommt es zu Unfällen.

Heftige Debatte um Scooter nach tödlichem Unfall

In Vorarlberg musste ein E-Scooter-Lenker nach Zusammenprall mit einem Pkw reanimiert werden. Erst in der vergangenen Woche starb in Paris ein 25-jähriger E-Scooter-Fahrer. In Frankreichs Hauptstadt stehen europaweit die meisten der Elektroflitzer: Gut 20.000 sind es. Nun wird dort heftig über neue Regeln debattiert.

Auch in Wien sind die E-Scooter schon Teil des Stadtbildes. Die derzeit sechs Anbieter für Leihscooter haben rund 6.000 Roller auf den Straßen stehen. Österreichweit wurden in diesem Jahr schon 30.000 E-Tretroller verkauft. Es wird immer enger im Stadtverkehr. Seit Monatsanfang gelten neue Regeln für E-Scooter.

Raser mit 73 km/h in Wien unterwegs

Doch Entspannung hat das nicht gebracht. In der vergangenen Woche wurde in Wien ein E-Scooter-Raser (40) mit 73 km/h Geschwindigkeit gemessen. Er hatte unerlaubt eine Beifahrerin dabei und überfuhr eine rote Ampel. In Wien sieht man Handlungsbedarf. Gestern verwiesen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) und SPÖ-Stadtrat Peter Hanke in einer eigens einberufenen Veranstaltung auf die geltenden Regeln. Nutzer sollten die Roller nicht achtlos abstellen, vor allem nicht auf den Bodenmarkierungen der Blindenleitsysteme. Für Sehbehinderte sind die Roller ein besonderes Ärgernis. Die E-Scooter-Vermieter werden verstärkt angehalten, wild abgestellte E-Scooter zu entfernen – ansonsten werden sie vom Magistrat einkassiert.

scooter © Getty Images

Parkverbot auf Gehwegen ist weiter nicht vom Tisch

Evaluierung. Bis zum Herbst will sich die Stadt das E-Scooter-Treiben nun noch genauer ansehen und dann weitere Maßnahmen setzen. Strengere Regeln wie ein Parkverbot auf Gehsteigen ist damit weiterhin nicht vom Tisch. Heute wollen Vertreter des Verkehrsministeriums, der Polizei, der Unfallversicherer und der E-Scooter-Leihanbieter gemeinsam weitere Maßnahmen präsentieren.

Linz, Innsbruck, Klagenfurt, Villach: E-Scooter erobern das ganze Land

➔ 900 Roller: Neben Wien die Scooter-Stadt in Österreich. Fünf Anbieter sind unterwegs. Beschwerden wegen herumliegender Roller und Unfällen gibt es zuhauf. Die Stadt will einen Verhaltenskodex und eine Limitierung der Roller.

➔ 150 Roller: Im Mai dieses Jahres startete die erste Scooter-Flotte in Tirol. Unpassend abgestellte Scooter und Rüpel-Fahrer sorgten für Unmut. „Bleibt’s beim Fahrradl“, empfahl Stadträtin Elisabeth Mayr.

➔ 90 Roller: Seit Neuestem rollen auch in Villach E-Scooter zum Ausleihen. Anders als in Wien dürfen die Scooter nur 
20 km/h fahren. 
In engen Gassen gilt Schrittgeschwindigkeit.

➔ 340 Roller: Zwei Anbieter haben je 170 Roller auf die Straße gelassen. Wie in Villach gelten 20 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Polizei E-Scooter © APA/ANGELIKA KREINER

Gehwege sind tabu: Seit 1. Juni gelten E-Scooter-Regeln

  • Höchstens 25 km/h: E-Scooter dürfen nur bis zu 25 km/h schnell sein und maximal 600 Watt leisten. Schnellere Scooter brauchen eine Moped-Zulassung.
  • Nicht auf dem Gehsteig: Die Neuregelung setzt E-Scooter rechtlich mit Fahrrädern gleich. Heißt: Die Scooter müssen auf Radwegen oder auf der Straße fahren.
  • Erst ab zwölf Jahren: Kinder unter 12 dürfen nicht ohne Begleitung E-Scooter fahren.
  • Licht und Bremse: Wie Fahrräder müssen E-Scooter Lichtanlage, Bremsen und 
Reflektoren haben.

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