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Messer-Attacke auf Arzt: Asylwerber (33) stach im Spital zu

Wien. Der Vorfall ereignete sich um 10 Uhr am Mittwochvormittag. Im SMZ Süd in Wien. Ein 64-jähriger Kardiologe und Oberarzt kommt in den Warteraum, begrüßt einen Patienten. Unvermittelt steht ein 33-jähriger Mann auf, geht auf den Arzt zu und sticht ihm mit einem Messer in den Bauch.

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Nach der Bluttat setzt sich der Mann ganz ruhig wieder zurück ins Wartezimmer. Er spricht kein Wort, wartet, bis die Polizei eintrifft, und lässt sich widerstandslos festnehmen. So schildern Zeugen den brutalen Gewaltakt an dem Arzt gegenüber ÖSTERREICH. So berichtet den Hergang auch Michaela Riegler-Keil, Ärztliche Direktorin des Krankenhauses, in einer eilig einberufenen Pressekonferenz.

 

Täter macht "innere Stimmen" geltend

Der 33-Jährige, der am Mittwochvormittag im SMZ Süd in Wien einen Oberarzt niedergestochen und schwer verletzt hat, hat sich in seiner polizeilichen Beschuldigteneinvernahme zur Messer-Attacke geständig gezeigt. Hinsichtlich des Motivs berief sich der Verdächtige "auf innere Stimmen", die er befolgt hätte, teilte Paul Eidenberger von der Landespolizeidirektion am Donnerstag auf APA-Anfrage mit.
 
"Er wirkte bei der Beschuldigtenvernehmung für die Beamten normal und orientiert. Er konnte beispielsweise Daten zu früheren Behandlungen nennen und Zusammenhänge schildern", berichtete Eidenberger. Zur Tathandlung und Motivlage befragt, habe der 33-Jährige angegeben, "er hätte plötzlich Stimmen gehört, die ihm den Angriff suggeriert hätten". Der 33-Jährige, der seit 2011 im SMZ Süd behandelt wurde und dort vor wenigen Wochen einem operativen Eingriff unterzogen wurde, hätte sich auch auf Anweisung dieser Stimmen ins Spital begeben, sagte Eidenberger. Ärztlichen Untersuchungs- oder Kontrolltermin für Mittwoch hatte der aus Sierra Leone stammende Mann, der sich seit 2004 in Österreich befindet und subsidiären Schutz genießt, keinen.
 

In JA Josefstadt überstellt

Ob die Angaben des 33-Jährigen plausibel sind, wird wohl ein psychiatrischer Sachverständiger zu klären haben. Der Verdächtige wurde nach seiner Einvernahme in die Justizanstalt Josefstadt überstellt.
 
Unterdessen sind von der Polizei bereits einige Augenzeugen zu ihren Wahrnehmungen befragt worden. Noch am Donnerstag soll der niedergestochene Arzt vernommen werden - der Zustand des 64-Jährigen, der sich zunächst in Lebensgefahr befunden hatte und der dank einer Notoperation stabilisiert werden konnte, lasse eine Befragung zu, hieß es seitens der Polizei.
 

Täter und Opfer kannten ­einander, Motiv noch unklar

Der Mediziner erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen im rechten Bauchraum. Unfassbares Glück: Er überlebte wohl nur, weil er seine Leber auf der anderen Seite des Körpers hat. Eine extrem seltene Anomalie. Durch eine Notoperation konnten seine Ärztekollegen ihn stabilisieren. Zufällig geschah der Angriff wohl nicht: Der Tatverdächtige kannte den Arzt bereits. Seit 2011 war er bei ihm in Behandlung. Er wurde vom Opfer auch operiert.

SMZ Süd Messer Attacke Spital Wien © Fotomontage: oe24; Quelle: APA/HERBERT-PFARRHOFER;privat Arzt erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen.

Gerhard Winkler, Ermittler des Landeskriminalamts, geht deshalb von einem persönlichen Motiv aus. Einen Termin beim Arzt hatte der Verdächtige am Mittwoch nicht. „Über den Auslöser der Tat können wir keine konkrete Auskunft geben“, sagte Winkler.

Es werde von einer Tötungsabsicht ausgegangen, so die Kriminalisten. Der Mann, der aus Sierra Leone stammt und als Asylwerber in Wien lebt, war vorher nicht wegen Gewaltdelikten auffällig, hatte zwei Vormerkungen wegen geringfügiger Drogendelikte.

 

Was wir über den Täter wissen

Der Angreifer soll sich bereits seit 2011 wegen einer Herzerkrankung in Behandlung befunden haben. Polizeilich war der Mann mit berechtigten Asylstatus im Hinblick auf Gewalt nicht auffällig, hatte nur zwei Vormerkungen aufgrund von Drogendelikten.

Kritik. „Diese schreckliche Tat zeigt auf traurige Weise, dass selbst gegen diejenigen Gewalt ausgeübt wird, die sich um das Wohl anderer kümmern“, gab sich KAV-Direktorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb geschockt. Star-Kardiologe Christopher Wolf kritisiert das System: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis es eskaliert“, sagt er im ÖSTERREICH-Interview.

D. Bardel, A. Simsek

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