Rückgang bei jugendlichen Häftlingen

Strafvollzug

Rückgang bei jugendlichen Häftlingen

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl um 22 Prozent gesunken.

Während sich die österreichweiten Haftzahlen insgesamt nach wie vor bei knapp 9.000 Insassen bewegen, ist die Anzahl der Jugendlichen in den Gefängnissen deutlich gesunken. Wie Christian Pilnacek, Sektionschef im Justizministerium, am Dienstag am 23. Forum der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte bekannt gab, haben sich im Vorjahr um 22 Prozent weniger Unter 18-Jährige in Haft befunden als 2012.

Statt 144 haben sich laut Justizministerium zuletzt 112 Jugendliche in den heimischen Justizanstalten befunden. Pilnacek nannte das im Tiroler Walchsee einen "gigantischen Rückgang". "Das zeigt, dass es wert ist, sich über den Strafvollzug Gedanken zu machen", gab der Sektionschef zu bedenken.

Der Jugendstrafvollzug war im Sommer 2013 ins Gerede gekommen, nachdem er sexuelle Übergriff auf einen 14-Jährigen in der Justizanstalt Wien-Josefstadt publik geworden war. In weiterer Folge wurden auch Misshandlungen von Jugendlichen in anderen Anstalten bekannt. Unter der damaligen Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP), die zunächst mit befremdlichen Wortspenden ("Der Strafvollzug ist kein Paradies") für Befremden gesorgt hatte, wurde eine Task Force eingerichtet, die Verbesserungen im Jugendstrafvollzug in die Wege leitete. Seither ist die Unterbringung von minderjährigen Häftlingen in Zwei-Mann-Zellen obligatorisch. Generell soll U-Haft für Jugendliche vermieden bzw. verkürzt werden, wie auch der derzeitige Minister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) nach seinem Amtsantritt betonte. In Wien soll es ab 1. Jänner 2015 Wohngruppen geben, die für Unter-18-Jährige die U-Haft ersetzen.

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