Verhungert: Das sind die drei toten Frauen von Wien

Familien-Tragödie

Verhungert: Das sind die drei toten Frauen von Wien

Klarheit darüber fordert vor allem die Familie von Vesna M., die in der Heimat völlig fassungslos über das Schicksal ihrer Tochter und der beiden Enkelinnen sind. Gegenüber serbischen Medien ziehen Stevan und Danica I. allerdings vieles in Zweifel, was bisher über die Verstorbenen von der Werndlgasse bekannt war: „Die Mädchen waren gesund und normal. Und dass keine Lebensmittel in der Wohnung waren, ist seltsam. Nachbarn haben Sie doch kurz vor der Auffindung noch nach einem Großeinkauf im Hof gesehen.“ Das völlig gebrochene ältere Paar will alle drei Opfer (45, 18, 18) nach Serbien überführen, um sie zusammen an der Seite ihrer ältesten Tochter, die ebenfalls bereits verstorben ist, zu beerdigen.

Mutter und Töchter tot Floridsdorf © TZOE Artner

Dreimal vor Peiniger ins Frauenhaus geflüchtet

Für die Polizei in Wien indes ist der Fall abgeschlossen. Isolierte die offenbar psychisch schwer erkrankte Mutter, die auf dem geistigen Niveau einer Teenagerin hängen geblieben sein dürfte, in ihrem Wahn die ebenfalls entwicklungsverzögerten Zwillingstöchter derart, dass auch die beiden gemeinsam mit der Mutter beschlossen, die Nahrungsaufnahme zu verweigern und zu sterben? Was nämlich nicht zu diesem Bild passen mag, sind die Berichte von Nachbarn über tägliche Schreie und Streitereien, die aus der Wohnung auf Stiege 24 zuhören waren. ÖSTERREICH-Infos zufolge soll die Mutter ihre Kinder sogar geschlagen haben.

Und das bei dieser unfassbar traurigen Vorgeschichte: Vesna M. kam einst hochschwanger nach Österreich, nur um zu erfahren, dass der Vater der Kinder bereits eine andere Familie hatte, die er erst auflösen musste. Als sie dann endlich heiraten konnten, zeigte er sein wahres Gesicht, verprügelte die Frau und soll sich auch an den Mädchen vergangen haben. Dreimal flüchtete die Serbin mit ihren Töchtern ins Frauenhaus, bis der Tyrann sie in Ruhe ließ und einer Trennung zustimmte. Danach zog sie nach Floridsdorf und lebte mit ihren Töchtern in völliger Isolation – nur einmal, 2017, bekam die Familie nach Hinweis eines besorgten Bekannten von Vesna M. Besuch vom Jugendamt. Die Sozialarbeiterin sah aber keinen Grund vor für weitere Maßnahmen – ein Skandal, der jetzt sogar die Volksanwaltschaft auf den Plan rief. (kor)

Mutter Töchter tot Floridsdorf © APA/HANS KLAUS TECHT

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