Video zum Thema Mutmaßlicher Terrorist verhaftet: Nachbarin im Interview
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Irakischer Flüchtling

Wiener IS-Attentäter gesteht Anschlag

Wien/Bayern. Große Aufregung europaweit. Jetzt stellt sich heraus, dass der mutmaßliche Terrorist Qaeser A. (42), der im Oktober und Dezember 2018 Schnellzüge in Bayern zum Entgleisen bringen wollte, beide Male aber scheiterte, in Wien-Simmering in einem Gemeindebau lebte.

Dort wurde der Iraker am 25. März verhaftet. Seit Jänner hatte der deutsche Verfassungsschutz ihn im Visier. Ihm und seiner ebenfalls verhafteten Frau wird „versuchter Mord“ vorgeworfen. Er spannte Seile über Gleise deutscher ICE-Strecken, legte Betonplatten auf die Schienen, um Züge zum Entgleisen zu bringen. Offenbar hatte er auch weitere Anschläge geplant.

Der Verdächtige, der vor sieben Jahren nach Österreich kam, diente in der Leibgarde von Iraks Ex-Diktator Saddam Hussein, den er bis heute glühend verehren soll. Gegenüber der Staatsanwaltschaft hat er die Taten gestanden. Als Motiv nannte der vierfache Vater „Hass auf Deutschland und Merkel“.

Zug-Attentäter vergaß Drohbrief in Copyshop

Dauer-Verhör. Qaeser A. und seine Frau werden seit Montag „dauerverhört“. Die deutsche Justiz sucht nach möglichen Hintermännern. Ein Insider aus Bayern meint: „Wir gehen davon aus, dass er Hilfe aus einer islamistischen irakischen Gruppe in Wien hatte.“ Auf die Spur des Irakers kamen die Ermittler durch Zufall: Er vervielfältigte in einem Wiener Copyshop seine Droh- und Bekennerschreiben, ließ aber eine Kopie in dem Gerät liegen. 

„Politische Message“. In einem ersten Gespräch mit seinem Anwalt Wolfgang Blaschitz sagte der 42-jährige Iraker (siehe unten), dass es sich bei den Anschlägen um eine „politische Message an die deutsche Regierung“ gehandelt habe. Eine Verbindung zum IS dementierte er.

Larissa Eckhardt

Qaeser A. war anerkannter Flüchtling

  • „Unauffällig“: „Das war eine unauffällige Familie“ – wie so oft sind auch in diesem Fall das die Kommentare der Nachbarn. Auch bei der Überprüfung für das Asylverfahren wurde Qaeser A. (42) als unbedenklich eingestuft. Dieses Por­trät ergeben die Recherchen von ÖSTERREICH:
  • 7 Jahre Österreich: Der Iraker lebte seit sieben Jahren in Österreich. Davon die letzten sechs Monate im Wiener Gemeindebau. Er hat Asylstatus.
  • Hass auf Westen: Der vierfache Vater war Mitglied der Leibgarde Saddam Husseins, verehrt den ehemaligen irakischen Diktator und hasst alles Westliche.
  • Security: A. studierte an der TU in Wien und er arbeitete als Security bei Fußballspielen. Brisant: Gerade Menschenansammlungen gelten als Terrorziele.

Anwalt Wolfgang Blaschitz übernimmt Terror-Fall

Heute wird Qaeser A. (42) dem Haftrichter vorgeführt. Gegenüber seinem Anwalt Wolfgang Blaschitz gab er an, nichts mit dem IS am Hut zu haben. „Er sagte zu mir, dass er kein Unterstützer des IS ist und auch sonst keine radikalen Ansichten hat. Als wir über die Züge sprachen, sagte er, dass es sich um eine ‚politische Message an die deutsche Regierung‘ gehandelt habe.“ 

Allerdings stellte die deutsche Polizei nach den Attentaten ein Bekennerschreiben und eine Fahne des IS sicher. Blaschitz fügt noch hinzu, dass es noch viel zu früh sei, um Genaueres sagen zu können.

In den kommenden Tagen wird Blaschitz der Akt zugestellt werden. Auch ein Dolmetscher wurde bestellt, da Qaeser A. sehr schlecht Deutsch spricht.

Fix ist: Der Prozess wird ihm in Österreich gemacht.

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