Wiener Polizei für ''Black Lives Matter''-Banner gefeiert

Viel Zuspruch für Exekutive

Wiener Polizei für ''Black Lives Matter''-Banner gefeiert

50.000 Menschen waren am Donnerstag bei der Anti-Rassismus-Demo in Wien dabei. Auch die Polizei setzte ein kleines Zeichen.

Einen enormen Zulauf hat es bei der "#BlackLivesMatter"-Kundgebung am Donnerstagnachmittag in Wien gegeben. Laut Polizei versammelten sich rund 50.000 Menschen bei der Demonstration gegen Rassismus. Anfangs war die Polizei nur von weit über 10.000 Teilnehmern ausgegangen. Alle zehn Minuten seien trotz des Gewitters jedoch 5.000 Menschen hinzugekommen, teilte die Polizei der APA am Abend mit.

"Black lives matter!", "No justice, no peace!" und "I can't breathe" ertönte es am Platz der Menschenrechte in Wien lautstark. Der 1,5 Meter Abstand-Regel wurde weitgehend missachtet, es fehlte der Platz. Auch auf einem Begleitfahrzeug der Polizei war in Blinkschrift "'BlackLivesMatter" zu lesen. "Wir sind müde, wir sind wütend und wir haben Angst, aber wir sind hier", rief Marie Noel, die die Kundgebung eröffnete und moderierte.

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Aber auch die Wiener Polizei zeigte Einsatz und hatte den Schriftzug "Black Lives Matter" an ihren Polizeiwägen. Dafür werden sie nun im Netz gefeiert. "Ich liebe Wien. Österreich zeigt der Welt gerade wie es geht", schreibt David Wurawa auf Facebook. Auch Grün-Politikerin Ewa Ernst-Dziedzic twitterte das Bild und meinte, dass es normal wäre, dass der Name der Demo auf den Kommunikationsfahrzeugen zu sehen ist. Die LPD Wien stellte dann aber klar, dass dies nie der Fall sei: "Die Einsatzkommandantin hat dies angeordnet, da sie tatsächlich ein (zugegeben) kleines Zeichen setzen wollte". Für viele ist das ein wichtiges Zeichen, gerade weil es von der Exekutive kommt. Andere bleiben aber kritisch: "Lernen geht immer. Aber wir haben Marcus Omofuma und Seibane Wague nicht vergessen", schreibt eine Userin auf Twitter.

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"Uns alle hat der Tod von George Floyd wirklich getroffen"

"Wir stehen heute hier am Menschenrechtsplatz, am Marcus Omofuma Platz. Omofuma ist einer der tragischsten Fälle von Polizeigewalt in Österreich. Er und viele andere sind ein Symbol für den strukturellen Rassismus, den es hier in Österreich gibt und der leider auch in brutale Gewalt ausarten kann. Wir sind heute hier, um gegen diesen strukturellen Rassismus aufzutreten. Live, mutig, viele von uns, gemeinsam: Black lives matter", sagte Mireille Ngosso, stellvertretende Bezirksvorsteherin im ersten Wiener Gemeindebezirks (SPÖ) und Aktivistin. "Uns alle hat der Tod von George Floyd wirklich getroffen. Ich konnte mir das Video nicht bis zum Ende anschauen. Ich habe in ihm meinen Sohn gesehen, meinen Bruder, meinen Onkel, meinen Vater," zählte Ngosso auf. "Und ich frage mich, wie lange noch?"

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Diese Demo sei für jene da, die kaum oder noch nie von Rassismus betroffen waren. Sie würden jetzt Solidarität zeigen können. "Solidarität zeigen ist mehr, als nur ein Hashtag!" Solidarität erfordere Inklusion auf allen Ebenen, auch in der Bildung und der Politik. "Akzeptanz und Respekt auf Augenhöhe, das ist das, was wir wollen. Und das nicht nur einmal im Jahr, sondern immer!", forderte Ngosso.

Damien Agbogbe, Initiator des Marcus Omofuma Denkmals und Aktivist, erzählte von seiner persönlichen Betroffenheit. Anfang 2000 sei er in Österreich grundlos von zwei Polizisten festgenommen und zu einer Polizeistation gebracht worden. Drei weitere Polizisten seien dann dazugekommen. "Ich wurde ausgezogen und in den Keller gebracht, wo ein Käfig stand. Ich wurde in den Käfig eingesperrt, mit der Aussage: Affe, das ist dein Ort". Fünf Stunden lang habe er dort ausharren müssen. Seitens der Polizei habe es geheißen, es handle sich um eine "normale Amtshandlung". Agbogbe hatte keine Zeugen und keinen Beweis. "Ich hatte Glück: Ich lebe. Ich stehe hier und spreche zu Ihnen", sagte er. Die Polizei müsse in Antirassismus geschult werden, forderte er. Nach seiner Rede zog die Kundgebung in Richtung Karlsplatz. Die Polizei sperrte wegen des großen Andrangs alle Straßenzüge rund um den Karlsplatz

© z.V.g.


 

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