Bierwirt tötete vor Zeugen

Nachbarn: "Er betrank sich erst nach der Tat"

Bierwirt tötete vor Zeugen

Neue Details, die ÖSTERREICH erfuhr, zeigen: Todesschüsse auf Marija M. waren mitnichten ein Blackout im Vollrausch. 

Die mögliche Verteidigungslinie „volle Berauschung“ und damit verbundene Unzurechnungsfähigkeit mit einer Maximalstrafe von 3 Jahren für Albert L. wankt gehörig. Denn immer mehr weist darauf hin, dass die Bluttat an seiner Ex-Freundin und Mutter zweier Kinder, Marija M., eiskalt geplant war. Und zwar spätestens, seit sich die 35-jährige Krankenschwester wenige Tage vorher endgültig von ihrem „Ali“ (der als „Bierwirt“ unrühmlich bekannt wurde) trennte. Das bestätigen auch ihre Eltern.

Wie berichtet, drohte er nicht nur ihr – wenn sie ihn verlassen würde –, sondern der ganzen Familie. Bereits Mitte April soll Albert S. mit der späteren Mordwaffe auf den Vater von Marija M. geschossen und diesen nur knapp verfehlt haben.
Aus Angst vor Amoklauf Schnaps herausgerückt

Nicht so blau wie gedacht?

Überdies wurde über den Femizid in der Brigittenau bekannt, dass „Ali“ bei der Tat selbst gar nicht so betrunken war, wie er später glaubhaft machen wollte. Zeuge(n) dafür sind ein anderer Bewohner des Gemeindebaus, der – als der Bierwirt unerwartet her­einkam – mit seiner etwa 12-jährigen Tochter bei der Nachbarin und deren Teenie-Tochter zu Besuch war. Marijas zweijähriger Sohn, den sie gebadet hatte, war noch im Badezimmer.

Laut den Zeugen sei der Bierwirt wohl aufgebracht gewesen, aber er sprach in vollen, klaren Sätzen und wirkte promillemäßig nicht übermäßig beeinträchtigt. Nach den beiden Schüssen – der 42-Jährige feuerte seiner Ex zuerst ins Bein, dann ins Gesicht, was die Anwesenden mit ansehen mussten – soll der Bierwirt laut gesagt haben: „So, jetzt ist sie tot. Jetzt könnt ihr euch um meine Kinder kümmern und sie adoptieren.“

Nachbar gab ihm nach der Tat Alkohol

Die Tochter von Marija M. war davongelaufen, der Nachbar schnappte sich den Sohn und flüchtete mit ihm und seiner eigenen Tochter in seine Wohnung. Kurz darauf läutete es an der Tür und der Bierwirt verlangte nach Schnaps.

Aus Angst, dass der mutmaßliche Mörder (für den die Unschuldsvermutung gilt) noch weitere Menschen töten könnte, gab der Nachbar ihm eine Flasche Bacardi und einen Whiskey – beides leerte Albert L. im Hof in wenigen Minuten, bis schließlich die Cobra eintraf. Erst zu diesem Zeitpunkt war „Ali“ so blau, dass er kollabierte.



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