Videos zeigen, wie Israel-Hasser durch Wien ziehen

Wirbel um Anti-Israel-Demo

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Demos zum Israel-Konflikt sorgten sogar für Einsatz der Polizei-Wasserwerfer.

Wien. Der Konflikt zwischen Israel und Palästina hat sich innerhalb von einem Monat gefährlich hochgeschaukelt. Die politischen Folgen sind auch in Österreich zu spüren. Eine Terror-Rakete der Hamas verfehlte nur knapp die österreichische Botschaft in Tel Aviv. Auf dem Bundeskanzleramt wurde aus Solidarität die Israel-Flagge gehisst. Daraufhin sagte der iranische Außenminister Sarif seinen Besuch in Wien ab. Wegen des Nahost-Konfliktes kam es in den vergangenen Tagen auch in Österreich zu palästinensischen Demos, auf denen auch judenfeindliche Plakate zu sehen waren. Schließlich gab es am Samstag eine Israel-Demo und eine Gegen-Demo dazu in der Wiener City. 

Die legale Kundgebung der Jüdischen Österreichischen Hochschülerschaft auf der Albertina-Seite der Wiener Staatsoper war Ziel von wilden – zunächst – Attacken von propalästinensischen Demonstranten, viele davon mit türkischen Fahnen, und einigen versprengten Corona-Demonstranten.

Sprechchöre gegen Israel

Nach einer halben Stunde tauchte eine Gruppe von Jugendlichen auf, die mit Sprechchören gegen Israel auf sich aufmerksam machen wollte. Die Sicherheitskräfte bildeten sofort einen Kordon aus Polizisten und Polizeifahrzeugen und schotteten die lautstarke Gruppe ab, die palästinensische und türkische Fahnen schwang. Rufe wie "Kindermörder Israel" ertönten. Nach einer Weile drängte die Polizei die Gruppe Richtung Kärntner Straße ab mit der Aufforderung, sich aus dem Schutzbereich der angemeldeten Demonstration zu entfernen.

 

 

 

Augenzeugen berichten von schockierenden Aussagen wie „Steckt euch den Holocaust in den Oarsch“ oder „Fick Israel“. Die Polizei kesselte die illegale Demo ein, es wurden sogar zwei Wasserwerfer in Marsch gesetzt.

 

Da die Stimmung immer aufgeheizter wurde, schickte die Polizei schließlich Wasserwerfer, die aber nicht zum Einsatz kommen mussten. 

 

 

Innenministerium verfügte strenge Maßnahmen

Gegen 18.30 Uhr löste sich die antisemitische Demo schließlich auf.  Das Innenministerium hatte im Vorfeld strenge Maßnahmen verfügt. Es bestehe enger Kontakt zwischen den Sicherheitsbehörden und den israelischen Institutionen. Israelische und jüdische Einrichtungen stünden unter verstärkter Bewachung, im Umfeld der Botschaft Israels im 18. Bezirk wurde ein Platzverbot verhängt. Entsprechende Kontingente an Einsatzkräften stünden in Bereitschaft, so das Innenministerium.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hatte betont, Eskalationen seien zu vermeiden. Bei Auftreten strafbarer Handlungen werde konsequent eingeschritten. Bei Antisemitismus gebe es "null Toleranz". Der Verfassungsschutz koordiniere sämtliche Maßnahmen, vom Objektschutz bis zu Ermittlungen im Umfeld einschlägig bekannter Gruppierungen, so der Innenminister laut einer Erklärung aus seinem Ministerium.

Klima-Aktivisten blockierten Fahrbahn in Wiener City  

Nicht nur in Städten Deutschlands, sondern auch in Wien sind Aktivisten von Extinction Rebellion (XR) am Samstag in Aktion getreten. In der City wurde eine Fahrbahn beim Ministerium für Umwelt und Klimaschutz mit Paletten und einem großen Schild mit einem "X" - das Symbol der Gruppe - die Fahrbahn blockiert. Die Manifestanten saßen u.a. auf dem Asphalt, sangen "Power to the People" und sorgten für Verkehrsbehinderungen. Die Polizei löste die nicht angekündigte Aktion auf.

© Twitter/Extinction Rebellion Austria
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Die Einsatzkräfte gingen dabei zurückhaltend vor. Man gab den Beteiligten an der Aktion fünf Minuten Zeit, den Bereich zu verlassen. Die nach der Räumungsankündigung auf der Fahrbahn verbliebenen Aktivisten ließen sich dann widerstandslos wegtragen. Die Polizei nahm Personalien auf und entfernte schließlich die Hindernisse von der Fahrbahn, während ein Chor aus Umweltschützern singend die Aktion begleitete.

 

 

 

Die Aktion im Kreuzungsbereich der Oberen Weißgerberstraße dürfte zum Auftakt bundesweiter Aktionen für "radikalen Klimaschutz" zählen, wie im Vorfeld angekündigt worden war. An Passanten wurden heute Flyer mit den Forderungen der Aktivisten verteilt, auf denen etwa "Alle wollen überleben. Schluss mit der globalen Verantwortungslosigkeit" gefordert wurde.

In Wien sind am heutigen Samstag zahlreiche Demonstrationen abgehalten worden. Unter anderem sind erneut die Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen, auch zur anhaltenden Eskalation in Israel und dem Gaza-Streifen gab eine Versammlung.

Etwa 1.000 Teilnehmer bei Corona-Demo

Bei einer weiteren Demo am Samstag haben sich erneut Gegner der Corona-Maßnahmen in Wien versammelt. Nach Polizeischätzung gegenüber oe24 haben etwa 1.000 Personen an dem als "Großdemonstration" beworbenen Demozug vom Resselpark beim Karlsplatz bis zum Augarten teilgenommen. Der Protestzug ist laut Polizei eher ruhig verlaufen. Es gab jedoch mehrere Personenkontrollen, darunter auch bei gewaltbereiten Hooligans, sowie einige Festnahmen. Um 17 Uhr wurde die Demo wie vorgesehen beim Augarten beendet.

© Viyana Manset Haber
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Die Polizei führte zahlreiche Identitätsfeststellungen durch.

Eigentlich hatten die Veranstalter laut Ankündigung gehofft, dass unter dem Motto "Wehret den Anfängen" "Tausende" gegen "totale Überwachung, (wissenschaftlich nicht-validierte) Restriktionen, Diskriminierung, Unterdrückung, Zensur, Willkür und politischen Aktionismus" auf die Straße gehen würden. Allerdings habe die Berichterstattung über eine auch von Kundgebungsveranstalter Manuel Müllner mitorganisierte Demonstration am Freitag in Mauthausen - bei der eine Rede Adolf Hitlers abgespielt wurde - "viel Unruhe reingebracht", wie er der APA erzählte.

© Viyana Manset Haber
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Die Teilnehmer der Corona-Demo vom Samstag versammelten sich bei der Karlskirche.

Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen

Am Samstag ging es um Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen. Mehrere Sprecher warnten bei einer Standkundgebung im Resselpark vor dem Verlust von Freiheitsrechten oder deren Auswirkungen auf Kinder. Die Teilnehmer, viele davon mit Österreichfahnen, forderten etwa den Rücktritt der Regierung ("Kurz muss weg"), skandierten "Ich bin gesund" oder "Wir wollen keine Diktatur". Bei der Demo seien nur friedfertige Teilnehmer erwünscht, betonten die Veranstalter wohl mit Blick auf Medienberichte über eine Mobilisierung gewaltbereiter Gruppen im Vorfeld. Außerdem wurde wiederholt zum Maskentragen und Abstandhalten aufgefordert. Empört reagierten Teile der Demonstranten auf eine linke Gegendemo während des Protestzugs, es wurde u.a. "Nieder mit der Antifa" skandiert.

© Viyana Manset Haber
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Ein Spruchband der Corona-Demo-Teilnehmer.

Dass die Demoroute der Maßnahmengegner nach dem Ring weiter zum Augarten und damit zum jüdischen Viertel Wiens führte, hatte angesichts des Vorfalls in Mauthausen und der Beteiligung von Rechtsextremen, Hooligans und sogenannten Querdenkern bei früheren Corona-Demos für Kritik in den sozialen Medien gesorgt. Bei der Landespolizeidirektion Wien betonte man gegenüber der APA, dass man die Veranstaltung mit genug Personal sichere und genau beobachte, ob sich "gewisse Personengruppen" daran beteiligen. Sollte es zu antisemitischen Vorfällen kommen, werde man entsprechend einschreiten. Auch nach dem Ende der angemeldeten Demo werde die Polizei die Situation weiter beobachten.

#SavetheRave-Demo im Donaupark

Bei einer angezeigten Kundgebung im Donaupark hielt sich ein Großteil der Versammlungsteilnehmer nicht an den Mindestabstand und die FFP2-Maskenpflicht. Auch hier schritt die Polizei konsequent ein, wie es in einer Aussendung der Sicherheitsbeamten vom Samstagabend heißt. 

 

© Viyana Manset Haber
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+++ Der oe24-LIVE-Ticker zum Nachlesen HIER +++



 18:41

Anti-Israel-Demo fast aufgelöst

Inzwischen sind kaum noch Demonstranten der Anti-Israel-Demo vor Ort in der Kärntner Straße.

186572638_475966730334976_6122794274203944524_n.jpg © Viyana Manset Haber

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 18:27

Video zeigt Wasserwerfer

Die Polizei schickte Wasserwerfer zur Anti-Israel-Demo zur Kärntner Straße. Bei der illegalen Demo war die Stimmung aufgeheizt: Es gab Anti-Israel-Rufe, viele schwenkten dazu eine Türkei-Fahne. Die Polizei kesselte die Demonstranten ein und hielt sie von der Israel-Demo fern.

 18:22

Kundgebung gegen Antisemitismus ist beendet

Die Teilnehmer der Demo gegen Antisemitismus bei der Oper verlassen den Ort – die Kundgebung ist beendet. Die Gegendemonstranten sind in der Kärntner Straße eingekesselt.

 18:16

Polizei fährt Wasserwerfer auf

Die Polizei hat inzwischen einen Wasserwerfer vor Ort stationiert, um damit im Ernstfall gegen die Teilnehmer der illegalen der Anti-Israel-Demo vorzugehen.

 18:13

Die Polizei zieht Einsatzkräfte zusammen

Die Polizei zieht mehr Einsatzkräfte zur illegalen Gegen-Demo zusammen und drängt die Personen in die Gasse zurück.

 18:09

Schauplatz Nummer 2: Klima-Demo wird aufgelöst

Die Sitzblockade der Klima-Aktivisten auf der Straße vor der Urania wird von der Polizei gerade aufgelöst. Die Teilnehmer lassen sich von den Beamten wegtragen.

 17:52

Antisemitische Gegen-Demo

Vor der Oper hat sich um etwa 17.45 Uhr eine Gegen-Demo zur Israel-Kundgebung gebildet. Am Rande der Demo sind Personen mit Türkei-Fahnen aufmarschiert – es kam zu Sprechchören. Es sollen laut Augenzeugen antisemitische Rufe getätigt worden sein.

Die illegale Gegen-Demo wird eingekesselt:

 17:34

Klima-Aktivisten blockieren Straße bei der Urania

 17:24

Demo-Samstag geht weiter

Die Corona-Demo im Augarten klingt langsam aus und die Teilnehmer verlassen nach und nach den Augarten. Aber die nächsten Demonstrationen sind schon am Laufen: Eine Nahos-Demo bei der Oper und eine Klima-Demo am Franz-Josefs-Kai vor dem Klimaministerium sorgen derzeit für Verkehrsverzögerungen, wie die Polizei informiert.

Eine Demonstration zur Entwicklung in Nahost unter dem Motto Solidarität, Friede, Gemeinschaft am Samstag vor der Oper:

APADEMONSTRATION-ZUR-ENTWICKLUNG-IN-NAHOST-UNTER-DEM-MOTTO-SOLIDARITÄT,-FRIEDE,-GEMEINSCHAFT-=.jpg © APA/GEORG HOCHMUTH

 17:22

Klima-Demo begonnen

Inzwischen ist die Auftakt-Aktion der Klima-Demonstranten der "Extinction Rebellion Austria" bei der Urania gestartet. Mit Plakaten wird der Verkehr dort aufgehalten.

 17:14

Gegendemo bei Wiener Staatsoper

Die jüdische österreichsiche HochschülerInnen haben zu einer Gegendemo aufgerufen. Unter dem Motto "Gegen jeden Antisemitismus" haben sich bereits Teilnehmer vor der Oper versammelt.

 16:55

Demo im Augarten angekommen

Jetzt sind die Teilnehmer der Corona-Demo im Augarten angekommen. Immer wieder kommt es vereinzelt zu Identitätsfeststellungen vor allem wegen Missachtung der Corona-Bestimmungen.

 16:39

Polizei startet Durchsagen

Die Polizei wird nun Durchsagen an die Demonstranten richten, dass die Beamten beginnen würden die Demo zu filmen. Im Zuge der Corona-Demo seien vermummte Gruppen wahrgenommen worden. Trotz Corona-Maßnahmen herrscht ein Vermummungsverbot. Es sei ein Unterschied, ob man aus Gesundheits-Gründen eine Maske aufhabe, oder sich durch eine Vermummung unkenntlich zu machen, heißt von der Polizei.

 16:35

Demozug geht durch jüdisches Viertel

Die Demo, an der etwa 1.000 Personen teilnehmen, zeiht gerade durch ein traditionell jüdisches Viertel. Skandal: Erst gestern wurde auf einer Corona-Demo in Mauthausen eine Hitler-Rede abgespielt. Der Organisator der Demo in Mauthausen, der die Rede abgespielt hatte, wurde übrigens bereits von der Staatsanwaltschaft angezeigt.

 16:16

Demo erreicht 2. Bezirk

Die Corona-Demo hat inzwischen den Donaukanal überquert und hat den 2. Bezirk erreicht. Die Polizei verstärkt die Demo-Begleitung – auch die Wega ist vor Ort. Verstöße gegen Corona-Bestimmungen werden immer wieder kontrolliert.

 15:33

Argentinier-Straße gesperrt

 15:21

Demo-Zug soll demnächst starten

Die Veranstalter sprechen davon bald losgehen zu wollen

Corona-Demo-in-Wien.jpg © APA/GEORG HOCHMUTH

 14:56

Offenbar auch Martin Rutter bei der Demo

 14:37

Corona-Leugner versammeln sich

 14:16

Erste Demo gestartet

 13:55

Ring noch nicht gesperrt

Die Groß-Demos haben noch nicht begonnen, es kommt daher auch noch zu keinem Verkehrs-Chaos.

 13:07

40 Kundgebungen angekündigt

 13:03

Demo noch nicht gestartet

Die Nahost-Demo hat noch nicht begonnen. Die Polizei ist aber bereits mit einem Groß-Aufgebot vor Ort.

Demo.jpg © oe24.TV

 12:48

IKG warnt vor Demo

 12:41

Auch Corona-Demo geplant

Ab 15.30 Uhr marschiert ein harter Kern von 500 Corona-Leugnern vom Karlsplatz zur Urania und dann weiter in den Augarten. Der ÖAMTC rechnet mit flächendeckenden Staus.

 12:06

Nahost-Demo

Den Auftakt macht eine Demonstration zur Entwicklung in Nahost unter dem Motto "Solidarität, Friede, Gemeinschaft".

 12:04

Herzlich Willkommen zum oe24-Liveticker

Für heute Samstag sind zahlreiche Demos in Wien geplant. Wir berichten LIVE.