437.000 sahen Thurnher-Ausrutscher

ORF-Sommergespräch

437.000 sahen Thurnher-Ausrutscher

Bundeskanzler Werner Faymann ließ den ORF-Star gründlich ausrutschen.

Sie wollte ihm eine Falle stellen und tappte selbst hinein. Österreich staunte über das letzte ,Sommergespräch‘ von ORF-Star Ingrid Thurnher mit Kanzler Werner Faymann.
Wien. Eines ist sicher: Ingrid Thurnher wird die ORF-Sommergespräche 2011 so schnell wie möglich vergessen wollen. Erst hagelte es Kritik: Statt harter Kreuzverhöre liefere sie fade Interviews. Statt Quotenhits gab es Flops (Spindelegger hatte nur 271.000 Seher).

Und dann das: Beim ­letzten Sommergespräch Dienstagabend mit Bundeskanzler Werner Faymann passierten Thurnher gleich zwei Patzer. Einmal muss sie sich live von Faymann belehren lassen, weil sie nicht wusste, wann die letzte Steuerreform war. Dann wollte sie Faymann ausrutschen lassen, kritisierte die Inseratenvergabe der Regierung an Zeitungen. Pech: Der Kanzler konterte damit, dass der ORF 160 Millionen Euro bekommen habe. Turnherr war „schmähstad“. Und das vor 437.000 Zusehern (Durchschnitt). Der Faymann-Talk hatte die meisten Seher der „Sommergespräche“.

Wolf als Retter
TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher stellt sich hinter Thurnher. „Es ist kein Format, in dem es um die Fragestellerin geht, sondern um die Gäste.“ Trotzdem gilt als sicher: Ingrid Thurnher wird keine Sommergespräche moderieren. Armin Wolf soll das Format 2012 retten.
 

Im Wortlaut:

Thurnher: Ist es nicht ein selt­samer Zufall, dass Steuerentlastungspakete immer kurz vor Nationalratswahlen passieren?
Faymann: Na wann war die letzte Steuerreform, Frau T.?

Thurnher: Letztes Mal hieß es nicht Steuerreform, da hieß es Anti-Teuerungs…
Faymann: Aber wann war die letzte Steuerreform mit 3 Milliarden Euro – sie war nach der Wahl! Sie sagen, sie sind immer vor der Wahl, ich beweise Ihnen gerade, die letzte war nach der Wahl.

2. Fauxpas:
Seherfrage: Warum in einer Zeit, in der gespart werden muss, in Zeitungen Reklamen für Parteien sind. (…)
Faymann: (…) Man muss fairerweise sagen: Der ORF hat 160 Millionen in meiner Zeit für vier Jahre beschlossen bekommen (…).
Thurnher: Wir wollen nicht über den ORF diskutieren.
Faymann: Wir wollen aber mit den Inseraten auch etwas bewirken. Das sind ja keine Geschenke.
Thurnher: Das sind keine Geschenke, sagen Sie …
Faymann: Ich hoffe, beim ORF ist es auch kein Geschenk, sondern er bringt Leistung dafür.
Thurnher: Wir arbeiten daran.

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