Anschlagsplan gegen Strache: Verdächtiger hatte Waffe

Und 174 Schuss Munition

Anschlagsplan gegen Strache: Verdächtiger hatte Waffe

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien wegen eines angeblich geplanten Anschlags auf den Ex-FPÖ-Obmann und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Nur nimmt die Behörde die Bomben-Story nicht gar so ernst – „derzeit hat sich die Verdachtslage nicht erhärtet“, betont eine Justiz-Sprecherin, warum der Hauptverdächtige, der am Dienstag geoutet wurde, weiter auf freiem Fuß bleibt.

 

Verdächtiger: Waffen-Narr, Auto-Fan und Allah-Postings

 

Das Facebook-Profil von B. B. zeigt den Werdegang eines ­jungen Migranten, der sich für schnelle Autos, Drogen, Kampfsport und Waffen interessiert und der nach fast einem Dutzend Verurteilungen im Gefängnis bei predigenden Insassen den wahren Glauben findet … 

 

Faible für Waffen

Bei seiner Festnahme am 30. September 2018 wurden bei B. B. eine Pistole der Marke Zastava Modell CZ 99 samt 174 Schuss Munition und 15.820 Euro Bargeld sichergestellt.

 

"Ich hatte schon immer eine Affinität zu Waffen und mir hat der Umgang damit Spaß gemacht. Da ich aufgrund meiner Vorstrafen in Österreich keine Berechtigung zum Besitz einer Waffe besorgen kann, habe ich mir vor ca. zwei Jahren zu Hause im Kosovo einen Waffenschein als Sportschütze gelöst und ich besitze dort legal eine Pistole der Marke Beretta", sagte Bujar B. im April 2019 aus. "Da mich diese Dinge interessieren, habe ich viele Fotos unterschiedlicher Waffen auf meinem Handy gespeichert."
 

Ursprung der Ermittlungen

Ursprung der Ermittlungen sind die Aussagen eines V-Mannes des Verfassungsschutzes, der in der Szene den Spitznamen „Das Messer“ (in einer anderen Sprache) trägt und der sich heuer im April mit der Information bei seinen Vertrauensleuten wichtig machte, dass ihm ein Drogendealer mehrmals 100.000 Euro angeboten habe, um für ihn einen Anschlag durchzuführen.

Zudem habe der Genannte – B. B., beim BVT auf der Liste mutmaßlicher, im Gefängnis radikalisierter Islamisten – ihm Orte genannt, an denen Strache und dessen Familie das Auto parkt. Daraufhin starteten die Erhebungen „wegen der versuchten Bestimmung zum Mord als terroristische Straftat“.

Verdächtigter will V-Mann wegen Verleumdung verklagen

Der von dem V-Mann massiv belastete Österreicher mit Wurzeln im Kosovo wehrt sich heftig. Über seinen Anwalt Wolfgang Blaschitz, der den Ex-Shisha-Wirt Mittwochvormittag per Handy am Arbeitsamt erreichte, lässt der 31-Jährige ausrichten, dass das Ganze „eine Intrige und Racheaktion“ gegen ihn sei, weil er dem anderen kein Geld geborgt hatte. Dass B. B. (wie man auch auf Facebook klar sieht) ein Faible für Waffen, schnelle Autos sowie ein Drogenproblem – zuletzt aber eine Abkehr in Richtung Moscheen und Glauben hat, können weder er noch sein Verteidiger leugnen. Anschläge habe er aber keinesfalls geplant. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Verteidiger Blaschitz: "Mandant wird verleumdet"

Top-Anwalt Wolfgang Blaschitz vertritt den Kosovaren, der zuletzt eine Haftstrafe wegen Suchtgift und illegalem Waffenbesitz verbüßte: „Dieser V-Mann und einzige Belastungszeuge wollte sich Geld ausborgen. Es ging um ein paar hundert Euro. Als mein Mandant sich weigerte, kam der V-Mann plötzlich mit dieser Strache-Bomben-Story daher. Wir werden den V-Mann wegen Verleumdmung klagen.“     

Strache: "Verfassungsschutz hat mich nicht informiert"

Nachdem neue Gerüchte aufgetaucht sind, dass bei dem Anschlag nicht sein Dienstwagen, sondern Straches Privatauto hochgehen hätte sollen – womit auch seine Familie ­Opfer hätte werden können– platzt Strache auf Facebook der Kragen. Wütend postet er: „Da gab es ein im Jahr 2018 geplantes Autobombenattentat auf mich und meine Familie, wo mich der Verfassungsschutz bis heute nicht über die konkreten Hintergründe informiert hat. Ohne Worte!“     

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