Innenminister Platter und Moderatorin Kiesbauer

Rekord-Zuwanderung

Ausländer chancenlos: Kein Deutsch, kein Job

Alarmierende Zahlen enthält der von Minister Platter präsentierte Integrationsbericht: Zu viele der 826.000 Ausländer sind hier ohne Chance.

Das ist Rekord: In Österreich leben derzeit 826.000 Ausländer, so viele wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Zudem: Rund 1,4 Millionen Menschen (von 8,3 Millionen Einwohnern insgesamt) haben „Migrationshintergrund“. Im Klartext: Sie kommen in erster oder zweiter Generation aus einem fremden Land, mit anderer Sprache, mit anderer Kultur. Damit ist Österreich von einem Durchzugsland für politische Flüchtlinge zu einem Einwanderungsland für Wirtschaftsflüchtlinge geworden. Dies und die erheblichen Probleme belegt der Bericht der Integrationsplattform, den Innenminister Günther Platter am Dienstag in Wien in einer für ihn neuen Form präsentierte.

Teurer Imagewandel
Das Büro Platters scheute weder Kosten noch Mühen, den in Umfragen schwächelnden Minister ins bessere Licht zu rücken. Statt schnöder Pressekonferenz gab’s eine Show der Superlative: Moderatorin Arabella Kiesbauer führte durch eine dreistündige Gala, die Mary Broadcast Band sorgte für die musikalische Untermalung. Dazu präsentierten 16 Experten zentrale Themen für eine neue Integrationspolitik. Kolportiert werden Show-Kosten in der Höhe von 10.000 Euro.

Die wichtigsten Experten-Vorschläge zur Integration im Detail

  • Die mangelnden Sprachkenntnisse seien das größte Problem der Zuwanderer. Eine Ausweitung der Stundenzahl bei den verpflichtenden Deutschkursen von 300 auf mindestens 600 Stunden wird daher empfohlen. Und: Der Eintritt in den Kindergarten soll so früh wie möglich erfolgen.
  • In der Bildung sollen Studierende mit Migrationshintergrund lernschwachen Schülern helfen. In anderen Ländern habe man damit gute Erfahrungen gemacht.
  • Um der hohen Arbeitslosigkeit unter Zuwanderern entgegenzuwirken (siehe Grafik), sollen sie eine eigene Zielgruppe des Arbeitsmarktservices werden. Daher soll bei der Datenerfassung künftig auch nach dem Migrationshintergrund gefragt werden. Experten sind allerdings skeptisch. Caritas-Direktor Michael Landau: „Ich glaube, die Datenerfassung wird man sich sehr kritisch ansehen müssen.“ Wichtigster Punkt: Wer in Österreich legal lebt, soll auch hier arbeiten dürfen.
  • Da Migranten vielfach unter schlechter Wohnsituation leiden, wird empfohlen, die Wohnbeihilfe und Wohnbauförderung künftig in allen Bundesländern auch Zuwanderern zu gewähren.

Bis zum Sommer will Platter ein konkretes Maßnahmenpaket ausarbeiten und dann dem Ministerrat vorlegen.

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