Politik-Insider

D-Day für Rendi-Wagner

Geht es nach maßgeblichen SPÖ-Kräften, soll es nach Steiermark-Wahl Neustart geben.
Zerreißproben. Echte Sozialdemokraten machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube mehr. „So eine Situation gab es noch nie. Die zerstören unsere Partei. Nach der Steiermark-Wahl muss Schluss sein.“ Mit „die“ sind die diversen roten Clans gemeint, die in Wirklichkeit seit Jahren offene Rechnungen begleichen und nach ­Rache trachten würden.
 
Die Steiermark-Wahl am 24. November wird damit zum D-Day für Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, aber auch für ihre erbittertsten Gegner. Rote Granden wollen jetzt sämtliche rote Clans stoppen und einen „Neustart mit einem völlig neuen Spitzenteam“. Die Frage sei nur noch, ob das „gleich nach der Steiermark-Wahl oder erst im Frühjahr passieren“ solle. Die Mehrheit in der SPÖ will diese „Partien“ noch in diesem Jahr austauschen.
 
Rendi-Wagner wird dabei dem „Liesinger Clan“ von Ex-SPÖ-Kanzler Werner Faymann zugerechnet.
 
Faymann selbst, der Rendi-Wagner von Anfang an unterstützt hatte, dürfte zwar keine direkte Rolle in diesem roten Dauerkampf spielen, dafür aber mehrere seiner einstigen Mitstreiter. Konkret im Visier steht Rendi-Wagners engstes Team: SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch, Rendi-­Berater Nedeljko Bilalic und SPÖ-Nationalratspräsidentin ­Doris Bures. Letztere sei damit auch aus dem Rennen als neue SPÖ-Chefin. Bures habe diesen „Posten zu oft abgelehnt und hat sich mit der Installierung von Deutsch und ihrer Nähe zu Rendi-Wagner keinen Gefallen gemacht“, heißt es aus mächtigen SP-Kreisen.
 
Der jüngste Konflikt mit Max Lercher trage „eindeutig die Handschrift der Liesing-Partie. Faymann hatte ähnlich gegen Franz Voves agiert“, behauptet ein langjähriger SPÖ-Mann.
 

"Brauchen Ruhe und ­Stabilität statt Karrieristen"

 
In den SPÖ-Landesorganisationen in Wien, Kärnten und dem Burgenland will man – laut mehreren Insidern – aber auch die Gegenseite nicht mehr in Führungsrollen sehen.
Auch die „Kern-Partie“, wie Rote ehemalige Mistreiter von Ex-SP-Kanzler Christian Kern nennen, würde „die Gräben nur immer weiter aufreißen“. Auch Kern selbst dürfte zwar keine aktive Rolle in diesem Kampf spielen, dafür aber sein Ex-Geschäftsführer Max Lercher sowie sein einstiger „ehrenamtlicher“ Berater Rudi Fußi. Während man Ersterem zwar „eine echte sozialdemokratische Gesinnung attestiert, aber nicht die Befähigung als Parteichef“, wird Zweiterer in der roten Welt als „Karrierist, der einmal uns, einmal Frank Stronach, dann wieder die Wirtschaftskammer und dann wieder uns berät“, und als „Störfeuer“ genannt, wie es ein SPÖ-Stratege sagt.
 
Der alte Konflikt zwischen sogenannten „Linken“ und „Rechten“ in der SPÖ sei derzeit nicht das Problem, sind sich mittlerweile alle Parteiflügel einig. Vielmehr gehe es nun darum, wieder „echte Sozialdemokraten, die das Handwerk Politik beherrschen und nicht nach Rache für Ablösen sinnen, zu installieren“, so ein weiterer Roter. Dabei müsse entschieden werden, ob „wir wieder zurück zu den einfachen Leuten oder eine progressive linksliberale Partei sein wollen“, sagt ein Insider.
 
Die Mehrheit der SPÖ will – auch angesichts der neuen Stärke der Grünen und der Krise der Blauen – lieber „zurück zu den Wurzeln“ einer Arbeiter-/Arbeitnehmerpartei. Das dürfte ganz im Sinn der Gewerkschaft sein, die das rote Treiben seit Monaten mit Grauen verfolgt. Das neue Spitzenteam der Roten könnte damit auch aus ihren Reihen kommen und das Clan-Denken beenden.

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