Norbert Darabos (c) APA/Fohringer

Prokops Erben

Darabos ist Top-Favorit für Innen-Ministerium

Das Ableben von Liese Prokop wirft das Ministerkarussell an - nach dem Tod der populären Innenministerin dürfte das Ressort der SPÖ zufallen.

Am Dienstag wurde zunächst einmal Kanzler Wolfgang Schüssel zum Nachfolger Prokops angelobt - wahrscheinlich nur für neun Tage. Denn am 11. Jänner soll die neue Regierung stehen. Die Wahl fiel auf Schüssel, weil die ÖVP dem logischen Vertreter – Verteidigungsminister Günther Platter - nicht die Vita durch zwei Kurzministerjobs anpatzen wollte: Platter hatte nach dem plötzlichen Abgang Ernst Strassers vor drei Jahren schon einmal für zwei Wochen in der Herrengasse amtiert.

Favorit Darabos
Die endgültige Nachfolge der populären Ministerin liegt ganz in den Händen von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und seinem Gegenüber Wolfgang Schüssel. Sie wollen in einem Vieraugengespräch am kommenden Montag die Ressortaufteilung endgültig festlegen.

Doch eines zeichnet sich schon jetzt ab: Das Innenministerium dürfte der SPÖ zufallen: Topfavorit ist in diesem Fall Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, der mit Prokop auch schon den Bereich Innere Sicherheit für den Koalitionspakt verhandelte. Außenseiterchancen hat auch der Wiener Wohnbaustadtrat Werner Faymann - falls er doch nicht Infrastrukturminister werden sollte.

Pröll-Vertraute
Fällt das Innenministerium der ÖVP zu, gilt die nö. Landesrätin Johanna Mikl-Leitner als ministrabel. Wie Prokop ist die Mutter zweier Töchter Vertraute von Landeshauptmann Erwin Pröll. Ihre Sporen verdiente sich Mikl-Leitner als ÖVP-Landesgeschäftsführerin. Doch auch Platter ist als Innenminister nicht völlig aus dem Rennen.

Zentrale VP-Ressorts
Die Karten der ÖVP sind deswegen nicht allzu gut, weil Schüssel in den Koalitionsverhandlungen auf zwei weiteren zentralen Ressorts beharren wird: dem Finanzministerium, das entweder von Karl-Heinz Grasser oder dem Schüssel-Intimus Wilhelm Molterer geleitet werden wird. Und dem Außenministerium. Ministerin dürfte demnach Ursula Plassnik werden, sollte sich Schüssel nicht doch noch dazu entscheiden, selbst in die Regierung zu gehen. Dieses Ressort ist wichtig, weil die ÖVP sonst von der EU-Information abgeschnitten wäre.

Die SPÖ wird schon bei ihrer Klubklausur Ende der Woche in Krems ihre Verhandlungstaktik festlegen. Gusenbauer dürfte vorallem auf das Bildungsressort pochen. Doch auch das Sozial- das neue Frauen und das Infrastrukturministerium stehen auf dem roten Wunschzettel ganz oben.

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