21. April 2019 00:05
Umfrage:
EU-Wahl: Wer geht hin?
Für die sieggewohnte Kurz-ÖVP ist die Europawahl am 26. Mai keineswegs gelaufen.
EU-Wahl: Wer geht hin?
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Wien. Die neue türkise ÖVP gewinnt Wahlen und Umfragen – doch ein Sieg bei der EU-Wahl ist keineswegs sicher. Wie die brandaktuelle ÖSTERREICH-Umfrage (Research Affairs, 1.007 Online-Interviews vom 11. bis 17. April, max. Schwankungsbreite 3,5 %)  zeigt, sind die ÖVP-Wähler am wenigsten motiviert, am 26. Mai auch wirklich zur Wahl zu gehen. 

Hier alle Details:

  • ÖVP zwar vorne … Zwar führt das Kandidaten-Duo Othmar Karas und Karoline Edtstadler mit 29 % einigermaßen klar vor der SPÖ mit Peter Schieder (27 %) und der FPÖ mit Harald Vilimsky (22 %). Die Neos kämen demnach auf sensationelle 10 %, die Grünen auf  7 %.
  • … aber türkise Wähler zögern. Nur: Sieht man sich an, wer ­sicher zur Wahl gehen will, erlebt man eine Überraschung. Da zeigt sich, dass nur 48 % der türkisen Wählerklientel sicher an die Urnen will. Zum Vergleich: FPÖ-Fans sind zu 52 % entschlossen, 55 % der SPÖler wollen der türkis-blauen Regierung sicher einen Denkzettel geben, 60 % der Neos-Wähler – und sensationelle 77 % der Grünen-Unterstützer.
  • SPÖ bei sicheren Wählern Nummer 1. Die Folge: Sieht man sich nur die sicheren Wähler an, dann würde derzeit die SPÖ die Wahl mit 28 % vor der FPÖ und der ÖVP mit jeweils 27 % gewinnen. Trotz der guten Stimmung, die für die ÖVP herrscht.

  • Es könnte knapp werden. Die ÖVP-Wähler sitzen im Wartesaal: Bei den „wahrscheinlichen“ Wählern führt die Kurz-Partei mit 34 %, diese Gruppe muss also motiviert werden. Research-Affairs-Chefin Sabine Beinschab:  „Die ÖVP-Wähler sind sicher, dass ihre Partei gewinnt und deshalb fehlt die intrinsische Motivation. Bei den Sympathisanten der Opposition ist der Wille, etwas zu bewegen, höher. Wenn die ÖVP wirklich gewinnen will, muss sie schnellstens Wähler mobilisieren, sonst könnte es knapp werden.“
  • Viele noch unsicher. Tatsächlich sind nur 33 % der Wähler jetzt schon sicher, wen sie wählen werden.

  • Hohe Beteiligung. Die Wahlbeteiligung könnte allerdings steigen: 47 % wollen sicher hingehen – das wären etwas mehr als 2015 (46,5 %).