Fischer bläst zum Angriff auf seine Gegner

Wahlkampf

Fischer bläst zum Angriff auf seine Gegner

Im Finale wird auch der sonst so besonnene Fischer härter. Mit Attacken gegen Rosenkranz versucht er, die Wähler zu mobilisieren.

Die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl könnte am kommenden Sonntag auf 50 Prozent sinken. In der brandaktuellen ÖSTERREICH-Gallup-Umfrage sagen gleich 17 Prozent, sie würden weiß – also keinen der drei Kandidaten – wählen. Jetzt wird der Präsident aktiv: In seinen beiden letzten TV-Auftritten vor der Wahl am Sonntag präsentierte sich Heinz Fischer so angriffig wie seit Jahren nicht. Das Fischer-Lager ist zum Schluss gekommen: Wenn jetzt nichts geschieht, droht ein Wahldesaster wegen Langeweile. Und so gab Fischer in der ORF-Pressestunde kontrolliert, aber kräftig Gas.

  • FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz bekam als Erste ihr Fett ab
    Er setze sich nicht mit jemandem zum TV-Duell, der ein Problem habe, anzuerkennen, dass es in der Nazi-Zeit Gaskammern gegeben habe: „Das ist für mich nicht diskutierbar“, so Fischer, der Rosenkranz ihre Anerkennung der NS-Verbrechen nicht abnimmt: „Das tat sie doch nur auf Druck einer großen Zeitung.“
  • FPÖ-NR-Präsident Martin Graf war der Nächste
    Fischer unterstrich, dass er diesem keinen Orden verleihen werde. Grafs Konter, wonach er keinen Orden von Fischer haben wolle, kostete den Präsidenten einen Lacher: „Alles bestens: Dann ist er zufrieden und ich bin zufrieden, weil er zufrieden ist.“
  • Krone
    Klar grenzte sich Fischer auch vom Kleinformat Krone ab, die ihm ja immer wieder eine EU-freundliche Linie, ja sogar Verrat an Österreich vorwirft. Fischer: „Die Tatsache, dass es Gegenwind gibt, ist sehr wichtig. Denn so kann ich beweisen, dass ich Rückgrat habe.“

Fischer fordert von den Wählern Entscheidung
Sonntagabend saß Fischer dann bei ATV 30 Nichtwählern gegenüber – und eindringlich appellierte der Präsident an sie, erstens von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und zweitens nicht weiß zu wählen: „Wahl bedeutet auch eine Entscheidung.“ Ausdrücklich warb Fischer damit, dass prominente frühere ÖVP-Spitzenpolitiker wie Erhard Busek ihn wählen.

Was seine Chancen betrifft, gab er sich selbstbewusst: „Ich hoffe auf ein deutliches Ergebnis und eine absolute Mehrheit in allen 9 Bundesländern.“

Was an sich eine leichte Übung ist: Laut brandaktueller ÖSTERREICH-Gallup-Umfrage hat Fischer zwar mit 17 Prozent Weiß-Wählern zu kämpfen: Unter den gültigen Stimmen käme er aber auf 80 Prozent – seine Gegner Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring nur auf 16 bzw. 4 Prozent. Bis zum Wahlsieg hat Fischer aber noch eine harte Wahlkampfwoche zu absolvieren.

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