Glücksspiel-Lobbyist Kasic zurückgetreten

Steiermark

Glücksspiel-Lobbyist Kasic zurückgetreten

VP-Politiker kassierte als Unternehmer von der Glücksspielindustrie.

Der Rücktritt des steirischen VP-Politikers und Wirtschaftskammerfunktionärs Wolfgang Kasic wurde am Donnerstag von den Oppositionsparteien begrüßt. Die KPÖ bezeichnete den Rücktritt als "längst überfällig", die Grünen sprachen von einem "späten, aber konsequenten Schritt".

Glücksspiel-Lobbyist
Die Vorwürfe gegen Kasic waren im Gefolge der Fälle der - mittlerweile zurückgetretenen - VP-Europa-Politiker Ernst Strasser und Hella Ranner im April laut geworden. Sie zielten in erster Linie auf die Vereinbarkeit von Kasic' Funktionen als WK-Spartenobmann und Vorsitzender des Glückspielausschusses im Landtag sowie als Unternehmer und Herausgeber, dessen Gratiszeitung sich u.a. über Inserate der Glücksspielindustrie finanzierte.

Schützenhöfer bedauert
Während ÖVP-Landesobmann Hermann Schützenhöfer bereits unmittelbar nach der Bekanntgabe des Rücktritts am Mittwochabend den "offensichtlich notwendig gewordenen Schritt" bedauerte und Klubobmann Christopher Drexler, dessen Stellvertreter Kasic war, von einer zu respektierenden Entscheidung eines "ausgezeichneten Parlamentariers" sprach, fanden die Oppositionsparteien weniger freundliche Worte.

"Längst überfällig"
KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler meinte, der Rücktritt sei "längst überfällig" gewesen. Er bestätige die KPÖ, die beharrlich Unvereinbarkeiten aufgezeigt und Konsequenzen gefordert habe. Klimt-Weithaler betonte in einer Aussendung, man werde nicht lockerlassen im Bemühen, ein "Aus" für das sogenannte Kleine Glücksspiel in der Steiermark zu erreichen.

Ähnlich die Grünen: Man zolle Kasic "Respekt" für "den späten, aber konsequenten Schritt", so Kontrollsprecher Lambert Schönleitner. Als unverständlich bezeichneten er und Wirtschaftssprecherin Sabine Jungwirth das Verhalten der ÖVP-Spitze, die "lange gemauert", aber auch der SPÖ, die "reformpartnerschaftlich geschwiegen" habe. Betont wurde die Notwendigkeit von transparenten Unvereinbarkeitsregeln für den Landtag. In der Wirtschaftskammer müsse der angekündigte Ethik-und Verhaltenskodex rasch umgesetzt werden.

Reines Gewissen
Kasic selbst sagte am Donnerstag gegenüber der APA, er habe einen "Schlussstrich" gezogen und alle öffentlichen Ämter in Partei, im Landtag und in der Kammer zurückgelegt. Er habe sich nichts vorzuwerfen, zumal er immer auf eine saubere Trennung von Funktion und Unternehmerinteressen geachtet habe: "Ich habe ein reines Gewissen". Jetzt will sich Kasic intensiv um seine Firma - einer Werbeagentur - kümmern.

  

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