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Zweiter Prozess-Tag

Graf Ali: "Habe zu wenig verrechnet"

Mensdorff musste heute zu seiner Firma MPA aussagen.

Graf Ali hat das Talent zum Humoristen. Mehrere Stunden unterhält Alfons Mensdorff-Pouilly die Gerichtskiebitze bestens mit seinen Aussagen über sein Millionenkarussell. Bei Ansagen wie: „Ich war mehr wert, als ich gezahlt bekommen habe. Ich hätte mehr von British Aerospace verlangen sollen“, oder „Es war, wie wenn man Taschengeld verteilt“, sind Graf Ali die Lacher sicher.

Diashow: Zweiter Prozesstag gegen Graf Ali

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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
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Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.
Mensdorff muss sein Firmengeflecht erklären.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Waffenlobbyisten Geldwäsche im großen Stil vor. 12,6 Millionen Euro soll Mensdorff-Pouilly als Bestechungsgelder über die Briefkastenfirma Brodmann auf den Virgin Islands im Auftrag von British Aerospace verteilt haben.

Mensdorff: „Gemacht, was Landon von mir wollte“
Gestern musste Graf Ali im Zeugenstand über sein Firmengeflecht und seine Honorarnoten Auskunft geben. Mensdorff-Pouilly bestritt, dass die Briefkastenfirma Brodmann ihm zuzurechnen sei. Sie gehörte seinem Mentor Tim Landon (†), der ihm bei British Aerospace die Türen als Berater öffnete. „Ich habe die Firma für Landon nur treuhänderisch verwaltet. Ich war zu blöd, die Firmengeflechte zu durchschauen. Es war das Spielgeld für Tim Landon. Ich hab damit das gemacht, was Landon wollte“, so Mensdorff.

Drei Projekte. Die 12,6 Millionen wurden allesamt cash abgehoben. Investiert wurden die Millionen laut Mensdorff in drei Projekte: „Der erste Teil wurde in Aktien angelegt. Dann hat Tim Landon in Dubai ein Telekommunikationsprojekt interessiert. Das waren 6,4 Millionen. Das dritte Projekt war ein Kredit an einen russischen Abgeordneten, ebenfalls für eine Investition in Dubai.“

Tag 2. Die besten Zitate aus dem Prozess:

  • Über die Dienste für seinen Mentor Tim Landon: „Wenn seine Boeing 737 in Wien gelandet ist, habe ich allein 68.000 Schilling an Landegebühr bezahlt.“
  • Über die Firmengeflechte von Tim Landon: „Die Organisation von Tim Landon hat ständig neue Firmen-Konstruktionen gemacht. Ich war viel zu blöd dafür, das alles zu durchschauen, und ich habe es auch nicht hinterfragt.“
  • Über die Millionen-Geldübergaben an einen russischen Abgeordneten: „Ich dachte mir, das ist seriös – ein russischer Abgeordneter will eine Bank gründen – und Tim sich daran beteiligen.“



 

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15:31 Uhr: Letzte Frage an Mensdorff für heute, und zwar noch einmal zu den 156.248 Dollar. "Was wollen Sie da wissen, Herr Doktor" knurrt Graf Ali den Fragesteller an. Dieser legt ihm auf einem Tablet-PC eine Kopie des betreffenden Aktenvermerks vor. Dann beendet der Richter den heutigen Prozess-Tag. Morgen geht es um 9:30 Uhr weiter.

15:25 Uhr: Aktenvermerk von Mark Cliff:
Zusammenfassung der Drittzahlungen: 3,5 Mio. Dollar. (...) Investition in Umkehr der Eurofighter-Entscheidung 156.248 Dollar.

Richter Apostol fragt: "Was war das?"
Mensdorff: "Es gab überhaupt keine Umkehr. Die Entscheidung war schon gefallen. Mir hat der Mark damals gesagt: Das kannst alles abschreiben, jetzt rechnen wir mit den BA-Leuten mal ab. Dann hab ich 100.000 Euro noch "draufgeschmissen" auf die Rechnung, weil ich dachte, da ist eh alles vorbei und ich bekomm keinen weiteren Vertrag mehr." Die Kosten seien bei 56.248 Dollar gelegen - "und die 100.000 noch drauf."

15:18 Uhr: "Wie Mücke auf Elefanten"
"Wenn jemand geglaubt hat, dass die MPA wirklich Druck ausüben konnte, dann ist das, als ob eine Mücke auf einen Elefanten einwirken wollte." Mensdorff bringt diesen griffigen Vergleich im Zusammenhang mit einer Neuausschreibung für die Eurofighter.

 

15:11 Uhr: Vertrag mit Saab
Mensdorff bestätigt nun, dass er einen Beratervertrag mit Saab gehabt habe.

15:05 Uhr: Es geht weiter
"Größere Summen brauchen wir nicht, weil die Leute damit nicht umgehen können", sagte Mensdorff zu BA-Europa-Chef Summers

14:51 Uhr: Der Staatsanwalt liest ein Mail von Mark Cliff vor, es geht um die "Lösung mit Koffern", also Geldkoffer, die die einzige Lösung darstellen würden. Hier gibt es einen Übersetzungsstreit. Die österreichische Übersetzung: "Passt auf ihn auf." (Original: "Keep him straight and narrow"). Graf Ali lebt auf: "Die richtigere Übersetzung lautet: "Haltet Ali auf dem Pfad der Tugend"."

Der Richter unterbricht die Verhandlung für meine kurze Pause

14:46 Uhr: "Keine Ahnung"
Der Staatsanwalt fragt, wieso man Liechtenstein als Kontenverbindung gewählt hat für die Überweisung. "Man hätte auch die Schweiz nehmen können", sagt Mensdorff. Staatsanwalt: "Zum Schmidt-Komplex: In den Unterlagen, die Sie uns vorgelegt haben, finden sich unterschiedliche Briefköpfe. Haben Sie eine Erklärung dafür?" - Mensdorff: "Nein, keine Ahnung, tut mir leid."

14:38 Uhr: "Hamsa hat Geld bekommen"
Die Mutter von Herrn Hamsa, an den eine Zahlung ging - er wohnte bei seiner Mutter - sagte aus: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Sohn mit Herrn Mensdorff oder Herrn Landon befreundet war." - Mensdorff bleibt dabei: Hamsa hat Geld bekommen. Er sei auch kein Freund von ihm gewesen. Hamsas Geschäfte seien vor seinem Tod nicht gut gelaufen.

14:32 Uhr: Mitarbeiter stellten blaue Mappe zusammen
"Ob da irgendwo Indien oder Singapur draufstand - das weiß ich nicht." - Mensdorffs Mitarbeiterin, Frau Luka, habe die Unterlagen gemacht - gemeinsam mit Dr. K. - und diese in der blauen Mappe zusammengefasst.

14:18 Uhr: Firma bei Einvernahme nicht erwähnt
Warum Mensdorff die Firma Brodman bei einer Einvernahme gar nicht erwähnt und kurz danach die "blaue Mappe" angelegt habe? Mensdorff: "Herr Rat, ich habe das damals für eine Mediensache gehalten. Wenn man mich gefragt hätte, hätte ich die Brodman bestimmt nicht geleugnet, um Gottes Willen."

14:15 Uhr: Blaue Mappe
"Unter welchen Umständen der Mark Cliff Geld beschafft hat und mit welchen Methoden, das entzog sich damals völlig meiner Kenntnis." Der Richter fragt Mensdorff nach einer blauen Mappe. "Ich musste nach dem Ableben vom Tim die Sachen aufarbeiten, und ich hab das einem Bekannten gegeben, der war Finanzvorstand und grad ohne Job. Ein paar Tage vor der Hausdurchsuchung war der Dr. K. bei mir und sie lag dann bei mir." - "Dass er sich das Leben genommen hat, tut mir heute noch leid für ihn - aber das war sicher nicht wegen der blauen Mappe."

14:04 Uhr: "Brodman - das war Tim"
"Gibt es auch Fälle, wo Sie Geld weitergegeben haben, das von Landon stammte?" fragt der Richter. Mensdorff korrigiert: "Sie meinen die Brodman? Die Brodman, das war alles der Tim."

14:01 Uhr: Landon beriet den Sultan von Oman
Es hätte laut einem E-Mail ein Problem geben können, wenn "diese Firmenstruktur" rund um die Valurex aufgeflogen wäre. "Wenn es ein legales System war, warum soll es ein Problem geben, wenn es öffentlich bekannt wird?" fragt Richter Apostol. Mensdorff antwortet, dass Timothy Landon sich schützen wollte, um nicht in der Öffentlichkeit genannt zu werden. "Er hat damals ja auch noch den Sultan von Oman beraten und wollte nicht in den Medien erscheinen", so Mensdorff.  Vor allem im "Guardian" sei Landon nicht gut weggekommen, das habe er vermeiden wollen, dass es hier solche Medienberichte gibt.

13:55 Uhr: Graf Alis Beziehung zu Timothy Landon
"Ohne die Geschäfte, die mir der Tim zukommen hat lassen, würde ich heute noch Kartoffeln anbauen", beschreibt Mensdorff seine Beziehung zu Timothy Landon.

13:50 Uhr: Zahlungen bestätigt
Bei der dritten Transaktion habe es Bestätigungen über den Zahlungsempfang gegeben. "Da habe ich schon gelernt aus den ersten beiden Malen", so Mensdorff im Zeugenstand.

13:46 Uhr: Geschäfte in Dubai
"Es war so, als wenn ich sein Taschengeld verteile. Pardon, ich habe nicht nachgefragt. Ich habe das gemacht, was er wollte", sagt Mensdorff. Die dritte Transaktion, da ging es um die Funk-Sprachtechnologie in Dubai. "Da war der Tim sofort dabei, als ich ihm das erzählt habe", so Mensdorff.

13:43 Uhr: Codewort für Russen war "Katharina"
Das Codewort von Klischenko war "Katharina". "Also, wenn jemand zu Ihnen kommt und "Katharina" sagt bekommt er ein paar Hunderttausend Euro?" fragt Richter Apostol. "Nein, natürlich nicht - das hat der Timothy Landon ja vorher angekündigt. Bestätigung hat es keine gegeben, das hat mir der Tim auch so gesagt. Das war seine Entscheidung. Ich glaube, es war ihm unangenehm, bei diesem Abgeordneten eine Bestätigung zu verlangen."

13:39 Uhr: Nächstes Projekt mit russischem Geschäftsmann
Im Zeitraum 2003 bis 2005 übergab er auch dem Russen Klischenko Geld. "Das waren 3 Millionen - ein Kredit, den der Landon dem gegeben hat. Ich glaube für die Gründung einer Bank oder so etwas." Er selbst habe ihn zwei Mal getroffen - "bei Tim in der Wohnung". Damals sei Mensdorff noch davon ausgegangen, dass Klischenko ein Abgeordneter der Duma war. "Vielleicht war es auch ein Abgeordneter eines russischen Landtags oder so - die Visitenkarte war in Kyrillisch."

13:35 Uhr: 4,6 Millionen Euro-Projekt
Das Projekt habe einen Wert von 4,6 Mio. Euro gehabt. "Die hat der Herr Hamsa selbst abgeholt" in 10-11 Besuchen, sagt Mensdorff auf Nachfrage. "Es war irgendein Technologieprojekt, mehr hat mir der Tim nicht gesagt."

13:24 Uhr: Es geht weiter: Mittagspause vorbei
Richter Apostol ist da, Mensdorff-Pouilly ebenfalls. Die Fotografen müssen raus, Graf Ali nimmt wieder im Zeugenstand Platz. Heute trägt er übrigens Grau, also einen grauen Anzug mit grauer Weste. Die Socken sind rötlich-violett, stecken in schwarzen Anzugschuhen.

Es geht weiter mit Fragen zu einem Herrn Hamsa.

12:28 Uhr: Mittagspause
Der Richter unterbricht die Verhandlung. Wir melden uns hier, sobald es wieder weitergeht.

12:22 Uhr: "Firmengeflecht von Landon undurchsichtig"
Auch er, Mensdorff, habe das Firmengeflecht von Landon nicht durchschaut. Warum gerade ER von Landon beauftragt wurde? "Sie werden wieder sagen, ich habe keine entsprechende wirtschaftliche Ausbildung, und das stimmt auch. Aber es war bekannt: Der stiehlt nicht.

12:17 Uhr: Neuer Zeuge wird geladen
Der Staatsanwalt bringt einen Antrag für einen neuen Zeugen ein, "zum Beweis dafür, dass sowohl Valurex als auch Brodman keine wertgerechten Leistungen erbracht haben."

Der Staatsanwalt fragt zur OMV weiter: "Es gibt keine Hinweise auf den arabischen Raum, nur auf Osteuropa. Das sagt auch Ruttenstorfer." Mensdorff: "Es ist nicht blöd, jemanden einzubinden, der in Abu Dhabi fast jeden Entscheidungsträger kennt und der 35%-Eigentümer der OMV dort sitzt."

12:10 Uhr: Vertrag mit der OMV
Über Brodman sind auch Zahlungen mit der OMV abgewickelt. OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer sei sein Ansprechpartner gewesen. Mensdorff habe die OMV beraten. Die Ostgeschäfte über die MPA Budapest, andere Geschäfte über Österreich. Es gab mit der OMV sowohl einen Vertrag mit MPA Budapest als auch mit Brodman. Mensdorff weiter: "Dr. Ruttenstorfer ist eine ehrenwerte Person und ich gehe davon aus, dass ich ihm keine Namen gesagt habe, wenn er das so ausgesagt hat."

12:05 Uhr: Mensdorff zahlte Landekosten für Boeing 707 von Landon
Bei der Bank Sal. Oppenheim wurde auf den Namen "Brodman" im April 2004 ein Konto eröffnet. Wo die Gelder für Brodman von Landon herkamen, weiß Mensdorff nicht. Er hatte nie einen Zweifel daran, dass es von Landon kam. "Schauen Sie, Herr Rat, ich habe seinen Einfluss gesehen im Oman, seine Besitzungen in England und wenn seine Boeing 707 in Wien gelandet ist, habe ich bis zu 800.000 Schilling Landekosten bezahlt. Nein, ich habe nie daran gezweifelt, dass das Geld von ihm kam."

12:00 Uhr: "Eine Dreiviertel Million Euro - das bekommen Sie einfach so in bar?" fragt der Richter. Mensdorff antwortet: "Heute wäre ich da vorsichtiger." Die Übergabe habe im Büro von Dr. D. stattgefunden. "Bar?" fragt der Richter weiter. "Ja".

11:51 Uhr: Landon ließ die Firma Brodman schließen
"Get rid of all that nonsense!" habe ihm, Mensdorff, Timothy Landon einmal gesagt - "dann wurde die Brodman geschlossen." Dr. D. habe "einen relativ hohen Prozentsatz" bekommen. "Ich war halt einfach sein Mann hier" - sagt Mensdorff über seine Beziehung zu Tim Landon. Er habe für ihn "den Sondergastraum zur Verfügung gestellt, ihn vom Flughafen abgeholt, ihm meine Autos geborgt oder wenn ein "Auto-Rush" war weitere zugemietet." Mensdorff weiter:

"Aufgrund des Jobs meiner Frau habe ich versucht, hier alles so korrekt wie möglich zu machen." - "Die werden halt glauben, das gehört mir - es hat ja niemanden interessiert bei der BA, wem´s gehört, diese Firma auf den Virgin Islands."

11:47 Uhr: "Nicht angeordnet"
Was der Dr. D. mit Brodman zu tun hat, fragt der Richter. Mensdorff: "Ich habe den Tim informiert, dass ich einen alten Bekannten, der im Bankenkreis drin ist, dazunehme. Er hat gesagt, tu, was Du für richtig hältst. Dr. D. war der offizielle Treuhänder. Er hat alles, was ich ihm gesagt habe, durchgeführt. Ich habe ihn unter Freunden darum gebeten, es nicht angeordnet."

11:43 Uhr: Seriös oder unseriös?
"Als seriöser Geschäftsmann soll man doch eigentlich schauen, dass die eigenen Leistungen auch als eigene Leistungen erkennbar sind. Erklären Sie mir das doch einmal", sagt Richter Apostol.

"Ich bin jetzt schon ein bisschen durcheinander mit den vielen Verträgen, Herr Rat, aber es ist schon richtig, wenn Berichte von uns auf Valurex-Papier verfasst wurden. Als ich gewusst habe, dass ich Teil des Informationsflusses von Valurex an BAE bin, empfand ich das nicht als unseriös."

11:40 Uhr: Erinnerungslücken
"Wieviel da an Geld mit welchem Mascherl gekommen ist, das kann ich nicht mehr nachvollziehen." Richter Apostol: "Weil Sie von Mascherl sprechen: Waren das Scheinverträge oder gab es Leistungen für die Geldbeträge?" Mensdorff: "Ob da Leistungen aus dem Umfeld von Tim Landon gekommen sind, kann ich nicht bestätigen und nicht verneinen."

11:31 Uhr: Mensdorff: "Der Tim (Anm.: Landon) hatte ein Konto für sein sogenanntes "Spielgeld" bei der Creditanstalt. Da waren 10 Millionen Schilling drauf. Ein Jahr später sagt er mir: "Weißt Du, wieviel jetzt noch da ist? 800.000 Schilling. Das sind große Summen, 10 Millionen, aber für ihn war es wie Spielgeld."

Mensdorff über Brodman: "Der Tim wollte immer, dass es so ausschaut, dass es nicht seine Firma ist - sonst hätten sich der Summer und andere (Anm.: Vorstände von British Aerospace) wahnsinnig aufgeregt."

11:28 Uhr: Inhaberaktien
"Wer hat die Inhaberaktien von Brodmann gehalten?" will der Richter wissen. Mensdorf: "Ich dachte, dass Mark Cliff sie hatte, bin aber dann draufgekommen, dass sie der Dr. Dalmata gehalten hat."

11:23 Uhr: Berichte
Wer hat die Berichte an die Administratoren für die MPA verfasst? "Der Josef Pernecker und die Frau L." sagt Mensdorff. Pernecker war Brigadier "und dem war in der Pension fad - da hab ich ihn beschäftigt." Frau L. sei bereits einige Zeit in der Firma gewesen und habe "das ausgeführt, was ich ihr angeschafft habe."

11:21 Uhr: Es geht weiter
"Ich glaube, dass die Firma Valurex schon bestanden hat, als die Prefinor schon bestanden hat." Man habe eine Firma gesucht, die "old and cool" gewesen sei - was die Valurex anscheinend erfüllte. Der Richter fragt nach: "Old and cool oder old and cold - was hat man darunter verstanden?"

Mensdorff: "So neugegründete Firmen hatten immer den Touch, dass sie nur für diesen Zweck gegründet wurde. Der Tim (Anm.: Landon) hat ja alle möglichen Firmen gehabt wie für Schiffsbergungen oder Goldminen in Rhodesien. Seine Berater haben ihm gesagt, dass er eine schon bestehende Firma nehmen soll." - "Ob er das selbst entschieden hat oder seine Berater - der Tim war Offizier und hat von der Abwicklung von Geschäften nicht viel verstanden. Ich nehme also an, dass seine Berater das entschieden haben."

10:59 Uhr: Verhandlung kurz unterbrochen
"Warum gründet BAE die Firma Red Diamond?" fragt der Staatsanwalt. Mensdorff: "Ich hab das alles nicht immer wirklich durchschaut. Ich habe aber auch nicht nachgefragt." Er habe sich schon gefragt, warum ein Konzern gewisse Unterlagen wegsperrt. "Ich hab aber darüber nachgedacht, wie ich meinen nächsten Kunden berate, nicht genauer, warum ein Konzern seine Dokumente auslagert."

Zu Red Diamond: "Ich möchte mich nicht um konkrete Fragen drücken, aber das haben Leute im Vorstand dort entschieden, die die Besten der Welt sind - ich weiß es nicht."

Ob Tim Landon weiterhin bei BAE tätig war, während Ali Mensdorff für die Firma tätig war, fragt der Mensdorff-Verteidiger? "In jedem Fall hat er weiterhin Kontakte gehabt auf höchster Ebene." Nun unterbricht der Richter die Verhandlung für eine kurze Pause.

10:52 Uhr: "Keine Bestechung"
Vor einer kurzen Pause fragt der Staatsanwalt zu den Drittparteienzahlungen. Mensdorff will seine Aussagen vor dem Bundeskriminalamt nicht kommentieren - "damals hatte ich noch keinen Umgang mit Gefängnissen". Er, Mensdorff, habe gewusst, dass diese Kosten in Abrechnungen für die MPA Budapest beinhaltet waren.

Mensdorff weiter: "Ich steh gar nicht an, dass wir über Bestechungen gesprochen haben. Wenn sich viele Leute wundern: "Wie will der Bauer aus dem Burgenland ohne Bestechungen auskommen!" - ich habe immer gesagt, "des brauch ma ned!". Und weiter: "Wenn man 20 Firmen besitzt, hab ich schon gemerkt, dass man unter den Firmen nicht immer sich selbst sieht, sondern halt Geld von der einen Firma zur anderen verschiebt."

10:48 Uhr: "Horrende Summen"
"Gibt es legale Zahlungen an Dritte, die Sie erklären können?" fragt Apostol. Es geht um 1% und 3,5% der Gesamtsumme. "Sicher nicht - das wären ja horrende Summen gewesen!" sagt Mensdorff.

10:41 Uhr: Drittzahlungen
"Diese Angaben zu "Drittzahlungen" hat Mark Cliff nicht von Ihnen?" fragt Richter Apostol. "Das kann schon sein - ich habe sie ihm aber sicher nicht diktiert!" so Mensdorff. Zuvor hat Apostol Zahlen zu Umsätzen mit Prefinor vorgelesen.

10:30 Uhr: "Zu wenig verlangt"
"Wenn ich mir die Akten anschaue, habe ich glaube ich zu wenig für meine Leistungen verlangt", so jetzt Mensdorff zu Richter Stefan Apostol.

10:28 Uhr: Besitzverhältnisse
Während die MPA in Wien zu 100 Prozent im Eigentum des Grafen steht, gehören die Niederlassungen in Budapest und Prag zu 90 Prozent der MPA Wien und die restlichen zehn Prozent Mensdorff bzw. in Prag einem tschechischen Bekannten. Formal hatte Mensdorff nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen Damen als Geschäftsführerinnen eingesetzt, deren Qualifikation er folgendermaßen beschrieb: "Sie hat die Qualifikation gehabt, dass ich ihr hundertprozentig vertraut habe" bzw. "Sie war anständig, loyal, g'scheit und war Juristin".
 

10:15 Uhr: Er habe von BAE Systems im Lauf der Jahre insgesamt einen "höheren sechsstelligen Betrag" lukriert, bestätigte der Angeklagte Berechnungen von Staatsanwalt Michael Radaszticz. Er habe "die gesamte BAE" beraten, sein Hauptansprechpartner sei Julian Scopes gewesen, mit dem er zumindest zwei Mal wöchentlich telefoniert und ihn alle ein, zwei Wochen getroffen habe.
 

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