Nach Zustimmung für Verhandlungen

Grüne Birgit Hebein: 'Wir wissen, es wird hart"

Reimon sieht Koalitionschance über 50 Prozent. Hebein rechnet aber mit harten Verhandlungen.

Rundherum positive Stimmung herrschte Sonntagabend nach der Pressekonferenz der Grünen bei den anwesenden Parlamentariern und Länder-Granden. Allgemein wurde Zustimmung zum Beschluss signalisiert und auf das gute Gesprächsklima bei den Sondierungen mit der ÖVP verwiesen. Dass die Koalitionsverhandlungen leicht würden, sagte aber niemand.

"Ich hätte zugestimmt", meinte etwa Vize-Klubchefin Sigrid Maurer, die selbst im erweiterten Bundesvorstand (EBV) nicht stimmberechtigt ist. Es sehe so aus, als ob es Bewegung in der ÖVP gebe, und man sei schon weiter, als zu Beginn der Sondierungen. Alma Zadic wertete den einstimmigen EBV-Beschluss als "echt schön". Dem Vernehmen nach hatte zuvor auch schon die Meinungsbildung im Parlamentsklub eine eindeutige Richtung gezeigt.

Mandatar Michel Reimon schätzte die Chance auf einen positiven Abschluss auf "mehr als 50 Prozent". Man habe nur noch zehn Jahre Zeit, für eine Wende in der Klimapolitik zu sorgen. Daher stehe man als Grüne - "wann, wenn nicht jetzt" - für eine allfällige Regierungsbeteiligung bereit.

Video zum Thema: Kogler: Grüne einstimmig für Verhandlungen mit ÖVP
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Hebein: "Wir wissen, es wird hart"

Ein Spur weniger euphorisch zeigte sich die Wiener Grünern-Chefin Birgit Hebein. "Wir wissen, es wird hart", sagte sie über die kommenden Runden mit der ÖVP, auch wenn Bewegung bemerkbar sei. In die Verhandlungen einzutreten sei jedenfalls gut - "im Sinne einer Verantwortung".

Der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober betonte den Unterschied zwischen Bund und Landesebene. Auf letzterer kenne man einander besser, und es gebe weniger ideologiebehaftete Themen. Wichtig sei vorerst das Kennenlernen gewesen, und "die Gesprächskultur war wirklich okay", berichtete er aus den Sondierungen.

Rauch nimmt Vorarlberg als Vorbild

Johannes Rauch, der in Vorarlberg gerade eine zweite Koalitionsperiode mit der ÖVP ausverhandelt hat, sah sein Land als Vorbild. Was man im Mindestsicherungsbereich, beim Klimaschutz- und beim Energiepaket erreicht habe, könne man nun auch im Bund heranziehen.

Wie genau der Zeitplan aussieht, ließen sich die Anwesenden nur in Spuren entlocken. Am Dienstag sollen demnach die Verhandler präsentiert werden, bestätigte Leonore Gewessler, ebenfalls Mitglied im Sondierungsteam. Nach dem Nationalratsplenum am Mittwoch soll es dann Informationen über die einzelnen Verhandlungsgruppen geben. Ob diese bereits in dieser Woche loslegen, war nicht ganz klar.
 

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