Hypo-Versager kassiert 4,5 Millionen
Hypo-Versager kassiert 4,5 Millionen

Vorstände cashen mit

Hypo-Versager kassiert 4,5 Millionen

Im Dezember stand die Hypo Group Alpe Adria vor der Pleite, der Staat musste sie komplett übernehmen. Jetzt kassieren die Manager Millionen.

Für 10 Monate Arbeit winken dem künftigen Ex-Hypo-Chef Franz Pinkl fürstliche rund 4,5 Mio. Euro Entlohnung. Am 1. Juni 2009 war Pinkl bei der mittlerweile notverstaatlichten Krisenbank angetreten – Ende März ist er schon wieder Geschichte. Wie berichtet, wird sich der 53-Jährige nicht mehr für den neu ausgeschriebenen Vorstand bewerben. Sein Abschied könnte für den Steuerzahler teuer werden. Denn Pinkl dürfte Anspruch auf Auszahlung seines Vertrags (Laufzeit bis Mai 2014) oder zumindest eine fette Abfindung haben.

Neuausschreibungen „im Sinne eines Neuanfangs“
„Die Bank hat derzeit ein Vorstandsteam mit gültigen Verträgen, geschlossen mit dem Vor-Eigentümer, der Bayerischen Landesbank. Das ist vom neuen Eigentümer zu respektieren“, so Hypo-Aufsichtsratschef Ditz zu ÖSTERREICH. Man müsse sich genau anschauen, was diese Verträge beinhalten und wie man damit verfährt. „Uns war wichtig, im Sinne eines Neuanfangs einen Schnitt zu machen und alle Vorstandspositionen neu auszuschreiben.“

Pinkls Hypo-Gage bei rund 800.000 Euro pro Jahr
Pinkls Hypo-Gage soll zwischen 800.000 und 900.000 Euro pro Jahr liegen, heißt es in Finanzkreisen. Laut Hypo-Geschäftsbericht kassierten die 5 Vorstände 2008 zusammen knapp über 4 Mio. Euro. Der Bericht für 2009 liegt noch nicht vor. Pinkl als Vorstandsvorsitzender dürfte jedenfalls um einiges mehr kriegen als seine Vorstandskollegen.

Insgesamt wäre Pinkls 5-Jahres-Vertrag dann rund 4,5 Mio. Euro schwer. Nach 10 Monaten im Amt wären noch mehr als 3 Mio. offen, die der Staat als Eigentümer der Bank mit in die Freizeit geben müsste.

Pinkl dürfte jedenfalls auf die Erfüllung seines Vertrags bestehen. „Aufgrund der unverändert bestehenden vertraglichen Situation und nicht zuletzt angesichts der erfolgreichen Arbeit der letzten Monate“ werde er sich „an einem Bewerbungsverfahren nicht beteiligen“, schrieb Pinkl in einem persönlichen Statement nach der Neuausschreibung.

Lässt er sich den Vertrag nicht auszahlen, winkt dem Bankmanager zumindest eine fette Abfindung. Pinkls Vertrag beinhalte eine sogenannte „Change of Control“-Klausel, bestätigt Ditz. „Das heißt, er kann bei einem Eigentümerwechsel und veränderten Voraussetzungen sagen, dass er geht und erhält dafür eine vertraglich vereinbarte Abgeltung.“ Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine recht großzügige Vereinbarung – nicht wesentlich unterhalb der Summe bei Auszahlung des Vertrags.

Neben Pinkl dürften im Übrigen auch die anderen amtierenden Hypo-Vorstände Ansprüche aus ihren Verträgen haben.

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