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Ibiza-Krimi:

ÖSTERREICH hat den geheimen Haftbefehl

Exklusiv: die vertrauliche Festnahmeanordnung. Den Tätern drohen harte Strafen.

Wien. Schluss mit lustig für die Tätergruppe, die für die Produktion und für den Verkauf des Ibiza-Videos sehr viel Geld erhalten hat: In einer Sachverhaltsdarstellung wurden neue, konkrete Vorwürfe aufgelistet, warum der geständige Anwalt M. sowie Detektiv H. und ihre bis zu neun Komplizen und Helferinnen etwas beunruhigt sein sollten.

 
Video zum Thema: Festnahmen nach "Ibiza"-Razzien

ÖSTERREICH hat den geheimen Haftbefehl

Die Ermittler in der Causa Ibiza gehen offenbar davon aus, dass die Hersteller des Videos Geldforderungen an den ehemaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache stellen wollten. Demnach soll der involvierte Detektiv einen Komplizen aufgefordert haben, "mindestens 400.000 Euro" für das gesamte Material zu verlangen.
 
 
 
Laut ÖSTERREICH-Recherchen war der Komplize K. des Detektivs bei Strache und wolle ihm "weitere, bislang nicht veröffentlichte Passagen" des Ibiza-Videos für eine unbestimmte Summe verkaufen. Der Mann gab an, dass Detektiv H. im Besitz dieses Materials stehe. H. wies seinen Komplizen K. an, er solle Strache zunächst keinen konkreten Betrag für das Material nennen – H. würde aber mindestens 400.000 Euro verlangen.   
 
 
Die Anordnung richtet sich gegen drei Schlüsselfiguren in der Affäre, die festgenommen worden sein dürften. Zwei davon sollen in Salzburg wohnhaft sein. Es handelt sich um einen 39-jährigen Österreicher mit bosnischen Wurzeln und einen 52-jährigen Serben. Sie sollen laut dem Papier der Staatsanwaltschaft die falsche Oligarchin "rekrutiert und eingeschult" und Urkunden gefälscht haben.
 
 
Video zum Thema: Verdacht auf Erpressung
 
Zudem sollen die Männer die Filmaufnahmen in der Villa auf Ibiza organisiert und durchgeführt haben, um anschließend "potenzielle (Kauf-) Interessenten für die Aufnahmen vom 24. 7. 2017 zu suchen".

Hauptverdächtigen drohen jahrelange Haftstrafen

Waffen. Unter den zwölf aufgelisteten Paragrafen finden sich u. a. folgende Tat­bestände: § 108 Strafgesetzbuch Täuschung, § 105 Nötigung, § 107 gefährliche Drohung, § 278 Gründung einer kriminellen Vereinigung, § 165 Geldwäscherei, § 145 schwere Erpressung, § 127 Diebstahl, § 223 Urkundenfälschung, § 50 Waffengesetz und § 28 Suchtmittelgesetz, also Drogenhandel.

Schwere Vorwürfe, doch Anwalt M. immer noch frei

Geheim. Die Staatsanwaltschaft Wien hatte nun ausreichend Gründe, dass sie die „Soko Tape“ zu Hausdurchsuchungen in Wien und Salzburg ausschicken konnte. ÖSTERREICH kam zur vertraulichen Festnahmeanordnung und kann über alle Details berichten:

Exaktest werden in der Anordnung der Justiz der Tatablauf sowie die Rolle des Anwalts M. geschildert, dabei findet sich auch der Verdacht, gefälschte Kontoauszüge und einen gefälschten Pass verwendet zu haben.

Wichtige Zeugen und Telefonüberwachungen 

Lauschangriff. Auf den elf Seiten der Festnahmeanordnung findet sich auch Wesentliches über wichtige Zeugeneinvernahmen und Telefonüberwachungen. Und die Justiz erklärt auch, warum der in Salzburg gestellte Tatverdächtige S. in Haft bleibt: auch wegen „Tatbegehungsgefahr“, weil er bereits „drei einschlägige Vorstrafen“ habe.

Mit diesem neuen Akt im Ibiza-Theater wird zwar deutlicher, wie kriminell die bereits bekannte Tätergruppe vorging, die Hintermänner sind aber noch immer im Dunkeln.

1. Festnahmen in Ibiza-Affäre

Bei den Ermittlungen der „Soko Tape“ – bekannt als „Soko Ibiza“ – geht es jetzt Schlag auf Schlag. Am Dienstag fanden Hausdurchsuchungen an zwei Standorten in Wien und zwei weiteren in Salzburg statt. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte die Razzien sowie mehrere Festnahmen. Diese Personen wurden in Verwahrungshaft genommen, die Verhöre dauerten bei Redaktionsschluss noch an. „Wir rechnen nicht damit, dass sie am Dienstag wieder freikommen“, so die Staatsanwaltschaft.
 
Schlüsselfigur. Betroffen von den Hausdurchsuchungen waren laut Gert Schmidt von der Internetplattform EU-Infothek mehrere Personen aus dem Umfeld des Detektivs H., der auch eine Schlüsselrolle beim Ibiza-Video spielte. Er trat als Begleiter der vermeintlichen Oli­garchen-Nichte auf – gemeinsam lockten die beiden Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus in die Falle.

Sicherheitsfirma von Detektiv H. im Fokus

Razzien. Eine der Razzien am Dienstag dürfte bei Hs. Bekannten M. stattgefunden haben, dem Inhaber einer Consulting-Firma in Wien. Auch bei M.s Assistentin R. – sie soll die frühere Lebensgefährtin von Detektiv H. sein – soll es eine Durchsuchung gegeben haben. Sie wurde dann auch verhört.
 
Balkan-Connection. Die Ermittler dürften inzwischen ein recht genaues Bild vom Täterkreis haben, der in die Planung und Produktion des Ibiza-Videos involviert war. Viele Fäden laufen bei der Sicherheitsfirma von Detektiv H. zusammen, die auch frühere Nachrichtendienstler sowie Ex-Offiziere serbischer Spezialeinheiten aus dem Balkankrieg beschäftigte.

Tatverdächtige angeblich V-Männer der Exekutive

Laut aktuellsten Informa­tionen sind in Salzburg zwei Personen festgenommen worden: ein 39-jähriger Öster­reicher bosnischer Abstammung und ein 52-jähriger Serbe. Sie sollen laut Festnahmeanord­nung der Staatsanwaltschaft die falsche Oli­garchin „rekrutiert und eingeschult“ haben. Auch die Ex-Freundin des Detektivs dürfte gestern stundenlang im Bundeskriminalamt verhört worden sein.

Polizeispitzel. Und noch eine Info sickerte durch: Mehrere Tatverdächtige dürften als ­V-Leute, also Spitzel, der Exekutive tätig gewesen sein, ver­mutlich auch für den Verfassungsschutz, das BVT. ÖSTER­REICH hat Anfang September über diesen Verdacht berichtet und Belege dafür veröffentlicht, doch der Innenminister hat das bestritten.
 
(RS)

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