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U-Haft beantragt

Ibiza-Täter: Neue Erpressung mit Sex-Video

Verhaftungen, Hausdurchsuchungen - die Kripo ist auf der richtigen Spur: Eine neuer Erpressungsfall mit einem Sex-Video in Wien beweist, wie schmutzig das Geschäft der Ibiza-Bande um Detektiv H. ist.

Das Premium Doppelzimmer im 5-Sterne-Hotel auf der Wiener Donauplatte wurde von der Ibiza-Video-Bande vor ihrer nächste "Operation" am 12. Oktober 2018 stundenlang präpariert: Mehrere versteckte Kameras und Mikros - genau so wie in der Finca auf Ibiza beim Dreh mit Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus ein Jahr zuvor.

Zwei Männer haben sich die 252-Euro-Suite mit Panoramablick auf die Donau gemietet, dann eine junge Frau zu sich bestellt: F. arbeitete in einem Wiener Luxus-Bordell, und sie musste bereits seit Monaten ihr Sorgerecht für ihren kleinen Sohn gegen ihren Ex-Lebensgefährten verteidigen, einem Geschäftspartner von Detektiv H.. H. ist bereits österreichweit bekannt: Er war einer der Drahtzieher der folgenschweren Ibiza-Aktion und Instruktor der falschen "Oligarchin" beim Dreh in der Finca. Der Ex-Gatte von F. ist der Sohn eines bekannten Ex-ORF-Stars, hatte massive Drogenprobleme und wollte mit allen Mitteln seine frühere Frau unter Druck setzen.

Video zum Thema: "Ibiza-Video": Spuren zu Drahtziehern

Anzeige beim Bundeskriminalamt

"Von meinem Aufenthalt in diesem Hotelzimmer wurden heimlich Film- und Tonaufnahmen gemacht. Mit den Transkripten dieses Films wurde mir gedroht, sie im Sorgerechtsverfahren gegen mich verwenden", schilderte die  Escort-Lady in der sieben Seiten langen Sachverhaltsdarstellung, die dem Bundeskriminalamt am Josef-Holaubek-Platz in Wien vorliegt.

Interessant: Die Namen der Tatverdächtigen in diesem Wiener Erpressungsfall finden sich auch im aktuellen Haftbefehl für die Ibiza-Bande. K., der die Aktion mit dem Callgirl im 5-Sterne-Hotel auf der Donauplatte geleitet hat, arbeitete mit dem jetzt in Salzburg festgenommenen S. zusammen. Im Wiener Luxus-Hotel soll K. für die Installierung der Videokameras zuständig gewesen sei, zuvor soll er das Escort-Mädchen auch noch eingeschüchtert haben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Kontakt zu Chef der Bande bestätigt

Der noch immer in Haft sitzende S. ist wiederum mit einem engen Mitarbeiter des Detektivs H. sowie mit dem Detektiv selbst in engem Kontakt, wie auch Prof. Gert Schmidt, der Chefredakteur der Recherche-Plattform "EU-Infothek", bestätigt: "Beide wollten mir für 100.000 Euro Informationen zum Strache-Video anbieten und haben dabei auch mit ihrem Boss, Detektiv H. telefoniert." Der Haupttäter der Video-Aktion im Wiener Luxus-Hotel sitzt übrigens aktuell wegen anderer Delikte in Haft.

Auch die Freundin des Detektivs H. bleibt noch weiterhin im Gefängnis, ebenso die weiteren zwei am Dienstag festgenommenen mutmaßlichen Mitglieder der Ibiza-Bande. Über diese Vernehmungen erhoffen sich die Kriminalisten weitere Details zur Mit- und Beitragstäterschaft der restlichen Verdächtigen.

Zwölf Verdächtige in der Ibiza-Tätergruppe

Zur Tätergruppe zählen aktuell zwölf Personen: Der geständige Anwalt M., der abgetauchte Detektiv H., seine in Wien inhaftierte Freundin R., deren Chef, Consulter M., sowie die beiden ebenfalls festgenommenen möglichen Komplizen S. und K., der ohnehin in Haft sitzende K., der auch den Dreh im Wiener Luxushotel durchgeführt haben soll, dazu die Luxus-Immobilienmaklerin und Lamborghini-Besitzerin M. und die Serbin, die eine "Oligarchin" spielte. Ebenso im Visier der Kripo: Straches früherer Sicherheitschef R., der Anwalt M. gut kannte, und zwei Mitglieder der "Sektion ohne Namen", die auf das Ende der türkis-blauen Bundesregierung Mitte Mai wetteten.

Noch nicht bestätigt sind gegenüber ÖSTERREICH Ermittlungen gegen die Freundin des Anwalts M. die als TV-Moderatorin bei der Kronen Zeitung arbeitet, und auch nicht, ob gegen den Sohn des Ex-ORF-Stars, der seine frühere Gattin mit dem Sex-Video unter Druck setzen wollte, Ermittlungen laufen.

U-Haft gegen Verdächtige beantragt

Nach den Festnahmen im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Ibiza-Video, das die türkis-blaue Regierung gesprengt hatte, hat die Staatsanwaltschaft Wien nun Untersuchungshaft gegen die drei festgenommenen Verdächtigen beantragt. Entscheiden muss darüber ein Richter des Straflandesgerichts. Er hat dafür 48 Stunden ab Einlieferung in die Justizanstalt und damit bis morgen, Freitagnachmittag, Zeit.
 
Als U-Haft-Gründe führt die Staatsanwaltschaft bei zwei der verdächtigen Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr an, bei der dritten Person zusätzlich auch Fluchtgefahr. Die Vernehmungen der Polizei seien vorläufig abgeschlossen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf APA-Anrage.
 
Details zu den Ermittlungen gibt es keine, da es sich um einen Verschlussakt handelt. Unter anderem bestehe aber der Verdacht der Nötigung, gefährlichen Drohung, Urkundenfälschungen und Erpressung. Die Verdächtigen dürften laut Medienberichten aus dem Umfeld des involvierten Privatdetektivs stammen, der eine Schlüsselrolle beim Ibiza-Video gespielt haben soll und als Begleiter der vermeintlichen Oligarchen-Nichte auftrat. Unter den Verdächtigen sollen sich etwa der Geschäftsführer einer Consulting-Firma sowie dessen Mitarbeiterin - die Ex-Freundin des Detektivs - befinden.
 
Gegen den in der Causa ebenfalls verdächtigten Wiener Rechtsanwalt M. gibt es vorerst keine standesrechtlichen Konsequenzen der Rechtsanwaltskammer. Aufgrund der bestehenden Gesetzeslage seien die Ergebnisse des laufenden Strafverfahrens vor einer endgültigen Beurteilung abzuwarten, hieß es am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Die Verhängung einer "einstweiligen Maßnahme" stelle einen erheblichen Grundrechtseingriff dar, sodass eine umfassende Ermittlung des Sachverhaltes notwendig sei.
 
Dass der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit weiterem Material aus dem Video erpresst bzw. es ihm angeboten wurde, wollte sein Anwalt indes nicht kommentieren. In Medienberichten war von einer verlangten Mindestsumme von 400.000 Euro für das Material die Rede. Gegenüber dem "Kurier" bestritt Strache dies.
 
Video zum Thema: Verdacht auf Erpressung

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