Ibiza-Video: Verdächtige hatten Kontakt zu Polizeispitze

Kripo-Chef bestätigt Treffen

Ibiza-Video: Verdächtige hatten Kontakt zu Polizeispitze

Er schnappte den Saliera-Dieb und Dutzende Mörder, er ist ein Sir: Ministerialrat Dr. Ernst Geiger (65) kann sich nicht erklären, warum sein Name im Organigramm der Firma der Ibiza-Video-Produzenten auftaucht. Der als SPÖ-nahe geltende Ex-Chef der Abteilung 3 im Bundeskriminalamt (Ermittlungen, organisierte und allg. Kriminalität) sei laut dem vertraulichen Papier für „bilaterale Verbindungen/Europa“ zuständig

Auch Rechtsanwalt M. im
 Organigramm der Firma

Video-Falle. „Keine Ahnung, warum mein Name dort zu finden ist. Ich habe einen der beiden von ihnen genannten Detektive aber zweimal getroffen“, sagt Ernst Geiger, der vor zwei Jahren in Pension ging, im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Damit ist eine politisch brisante Verbindung zur Polizeispitze bestätigt: Der Privatdetektiv ist immerhin der langjährige Geschäftspartner des mutmaßlichen Regisseurs der Video-Falle für Strache und Gudenus.

Und: Im Organigramm findet sich auch der Name des Wiener Anwalts M., der gestanden hat, die Videoproduktion bestellt zu haben.

Es soll aber nicht nur zu diesen zwei Treffen gekommen sein, meint ein Zeuge gegenüber der Rechercheplattform „Fass ohne Boden“: Dr. Geiger hätte sich angeblich sieben Mal mit Mitgliedern der mutmaßlich kriminell agierenden Firma getroffen. Etwa auch mit K., bei dem bereits eine Hausdurchsuchung der Soko Ibiza stattgefunden hat. K. war von 1990 bis 1999 leitender Offizier einer Spezialeinheit der jugoslawischen Armee.

Team Präsentation neu1.jpg © all

"Söldner für die Kripo,
ähnlich 'Blackwater …'"

Erwiesen ist, dass die Gesprächspartner von Ministerialrat Geiger keine harmlosen Kaufhausdetektive waren: Wie berichtet, haben 13 Firmenmitglieder Vorstrafen (Drogenhandel inklusive). Alexander Surowiec, Journalist von „Fass ohne Boden“ sagt: „Die Typen platzierten Peilsender, erledigten illegal Observationen, brachen in Häuser von Verdächtigen ein.“ Bezahlt hätten die Firmen, die von der Aufklärung dieser Fälle profitiert hätten. Surowiec: „Das erinnert an die Methode ,Blackwater‘ …“

Richard Schmitt

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