Karfreitag: Shitstorm gegen Regierung

Türkis-Blau ringt um Lösung

Karfreitag: Shitstorm gegen Regierung

Bis zum Abend hatte man noch keine Einigung gefunden. Wie berichtet wollen ÖVP und FPÖ den Österreichern ab 14 Uhr freigeben. Bisher hatten nur Evangelische und Altkatholiken an diesem Tag einen Feiertag – der EuGH hatte dies als gleichheitswidrig aufgehoben.

Doch der Kompromiss – die FPÖ wäre an sich für einen ganztägig freien Karfreitag gewesen – lässt sich nur schwer gesetzlich umsetzen: So steht die Regelung für Evangelische immer noch im Generalkollektivvertrag, den der Nationalrat nicht aufheben kann. Und eine Aufkündigung des Vertrages scheut die Wirtschaft natürlich. Auch die Frage, was mit Arbeitnehmern passiert, die um 14 Uhr bereits 6 Stunden gearbeitet haben, oder die bisher schon ab 12 freihatten, ist offen.

Aufstand von allen Seiten. Und schließlich: Sperren die Geschäfte ebenfalls (am zweitstärksten Einkaufstag des Jahres) zu? FPÖ-Minister Norbert Hofer hat vorgeschlagen, den Handelsangestellten Zuschläge wie am 8. Dezember zu zahlen – das ist aber extrem teuer, die ÖVP lehnt das ab. Die Handelsunternehmen sind ebenfalls empört (siehe Seite 39). Und die Arbeitnehmer auch. GPA-Chefin Barbara Teiber: „Der Karfreitag bleibt einer der arbeitsintensivsten Tage und niemand wird den halben Tag frei bekommen.“ Sie rechnet mit neuen Klagen. Auch die Kirche ist sauer: Der evangelische Bischof Michael Bünker überlegt eine Klage.

Shitstorm

Auf ein Posting zum Thema Karfreitag erntet FPÖ-Vizekanzler Strache Hunderte empörte Reaktionen. Dass der Feiertag erst ab 14 Uhr gilt, kommentiert ein User so: „Muss ich jetzt Freitags länger im Büro bleiben, damit ich dann früher gehen kann?“ Eine anderer schrieb: „Wie sieht es mit Teilzeitkräften aus? Mir bringt der halbe Feiertag genau Nüsse …“

In Europa: 
17 Länder am Karfreitag frei

Österreich liegt zwar mit 13 Feiertagen EU-weit nicht schlecht – in Sachen Karfreitag gilt das aber nicht. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer ist der Tag der Kreuzigung Jesu in 17 EU-Ländern ein Feiertag für alle. Und: Die AK argumentiert, dass 14 EU-Länder gleich viel oder mehr Feiertage hätten. Österreich sei sogar benachteiligt, weil bei uns Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, nicht nachgeholt würden.

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