Karmasin:

Ministerin legt in Debatte nach

Karmasin: "Schulen in Ferien öffnen"

ÖSTERREICH: Sie haben gefordert, die Sommerferien zu verkürzen. Wie kann das gelingen – es gab da ja massiv Kritik …

Sophie Karmasin: Ich bin bereits in Abstimmung mit der Bildungsministerin. Ich habe sehr viele positive Stimmen wahrgenommen. Es ist ja auch pädagogisch sinnvoll. Nach sechs Wochen Pause ist die Erholung da und die Lernkurve nimmt ab, das ist wissenschaftlich erwiesen.

ÖSTERREICH: Die Lehrervertreter sagen, wenn man ein Betreuungsproblem in den Ferien hat, muss man mehr Freizeit-Pädagogen anstellen.

Karmasin: Daran arbeiten wir ja ohnehin parallel. Natürlich brauchen wir mehr Betreuung in den Sommerferien. Es wäre auch sinnvoll, die Schulen in den Ferien zu öffnen. In einzelnen Gemeinden gibt es da schon tolle Projekte.

ÖSTERREICH: Um die Kinder dort zu betreuen?

Karmasin: Ganz genau. Das muss man sich ja wirklich einmal vorstellen: Da liegen teure Immobilien mit Sportplätzen und Turnsälen neun Wochen lang brach. Das ist wirklich schade. Das heißt aber nicht, dass die Lehrer in den Sommerferien unterrichten oder Nachhilfe geben müssen.

ÖSTERREICH: Womit starten Sie sonst in den Herbst?

Karmasin: Im Vordergrund steht der Bildungskompass, bei dem auf die Stärken der Kinder ganz besonders geachtet wird. Und wir wollen mit den Bundesländern daran arbeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung voranzutreiben und das Kindergeldkonto umzusetzen. Außerdem arbeiten wir an einem Begleitprojekt zu den e-Books, das die Digitalisierung in der Schule weiter vorantreibt.

ÖSTERREICH: Was wird das?

Karmasin: Das Projekt nennt sich „Future Learning Lab“. Das ist ein Workshop-Raum, in dem alle Möglichkeiten der digitalen Unterrichtsformen – Hardware und Software – für Lehrer präsentiert werden. Im Herbst soll in Wien der Startschuss fallen.

ÖSTERREICH: Wie stehen Sie zum Burka-Verbot?

Karmasin:
Es ist durchaus wert, darüber zu diskutieren. Man muss aber auch die Frage mitdenken, ob das der einzelnen Frau bei der Integration hilft, wenn sie die Burka auszieht. So einfach ist es halt nicht. Dann bleibt sie zu Hause und das Gegenteil ist erreicht. Was das Burkini-Verbot betrifft: Bilder wie in Frankreich, wo eine Frau von Männern gezwungen wird, sich auszuziehen, will ich in Österreich nicht.

Debora Knob

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