Kurz will Schulpflicht-Reform

"Schulabschluss für alle"

Wien. Unterstützung für Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) von Gen-Forscher Markus Hengstschläger: „Die Schulpflicht sollte erst nach Abschluss der Mittleren Reife erfüllt sein.“ Im ÖSTERREICH-Interview hatte Kurz „Bildungs- statt Schulpflicht“ gefordert.

Das Problem: Derzeit sieht die Schulpflicht nur vor, dass jeder neun Schuljahre absolviert, egal, ob man im letzten Jahr ein oder mehrere „Nicht genügend“ hat oder eine Klasse wiederholen musste.

Grüner Walser: „ÖVP lenkt nur von Gesamtschule ab“
Die Folge: Jährlich brechen 3.500 bis 5.000 Schüler die Schule ab, ohne auch nur einen Hauptschulabschluss zu haben. 280.000 Österreicher zwischen 15 und 64 Jahren haben keinen Abschluss, viele können nicht einmal richtig ­lesen. Kurz: „Künftig soll jeder bis zum Hauptschulabschluss in der Schule bleiben. Das würde bis zum 18. Lebensjahr gehen.“

Der grüne Bildungssprecher Harald Walser kritisiert Kurz’ Vorstoß als „Ablenkungsmanöver“. Die ÖVP blockiere seit Jahren Reformen. „Die gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr wird von allen Experten als Lösung gesehen“, so Walser. Auch die SPÖ steuert Richtung Gesamtschule: sie soll ins nächste Koalitionsabkommen.

Autor: (isa, nak)
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