Lehrer fordern Hosek-Rücktritt

Datenleck

Lehrer fordern Hosek-Rücktritt

Rund 400.000 Testergebnisse waren öffentlich zugänglich.

Die Lehrergewerkschafter fordern den Rücktritt von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Aufgrund des Datenlecks bei Schülertests beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) seien "nicht nur sachliche und inhaltliche Konsequenzen notwendig, sondern auch personelle - und da gehört Heinisch-Hosek dazu", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer, Paul Kimberger, im "Ö1-Morgenjournal".

Kimberger (Fraktion Christlicher Gewerkschafter) stößt sich vor allem daran, dass trotz bereits im Dezember erfolgter Warnungen nicht gehandelt worden sei. "In anderen Ländern gibt es eine andere Rücktrittskultur als in Österreich - da wüssten verantwortliche Politiker, was sie zu tun hätten, wenn sie zehn Wochen nur zugeschaut hätten." Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin.

Personelle Konsequenzen
Die Ministerin selbst sieht sich "dafür verantwortlich, dass rasch aufgeklärt wird, dass 400.000 Schüler, deren Eltern und 37.000 Lehrer Sicherheit haben, dass auf diese Daten nicht zugegriffen werden kann und das auch in Zukunft nichts passiert". Personelle Konsequenzen für die beiden Bifie-Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner schloss sie in nicht aus: "Ich habe mich darauf verlassen - und offenbar konnte ich mich nicht darauf verlassen - , dass die Dinge geklärt werden. Jetzt klären die Behörden und jetzt sind auch die beiden Geschäftsführer in der Ziehung - wenn sich herausstellt, dass etwas unrechtmäßig war, haben sie die Konsequenzen zu ziehen", so die Ministerin im "Morgenjournal". Allerdings wäre es vorerst noch der falsche Zeitpunkt, hier etwas vorwegzunehmen.

Das Team Stronach fordert ebenfalls den Rücktritt der Ministerin: "Das Versagen der Ministerin in einer derart banalen Frage lässt hochrechnen, dass sie bei weit wichtigeren Fragen ebenso scheitern wird. Es wäre daher sinnvoller, wenn die Bildungsagenden ein parteifreier Experte übernimmt", so Bildungssprecher Robert Lugar in einer Aussendung. Das Bifie selbst solle geschlossen werden.
 

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