Ludwig: 'Bin bereit Wiener Polizei zu übernehmen'

Neuer 'Bürger-Masta' im Interview

Ludwig: 'Bin bereit Wiener Polizei zu übernehmen'

Am ersten Wochenende nach seiner Wahl zum Bürgermeister gab Michael Ludwig im Floridsdorfer Gasthaus Birner an der ­Alten Donau ÖSTERREICH ein großes Interview:

ÖSTERREICH: Die Polizeigewerkschaft kritisiert stark, dass es zwar bald eine berittene Polizei, aber keine menschenwürdigen Polizeistationen mehr gibt.

Michael Ludwig: Wir brauchen mehr Polizeiinspektionen statt Pferdeställe. Mir sind jedenfalls gut ausgerüstete Inspektionen für unsere Polizisten wichtiger als irgendwelche Pferde. Ich bleibe auch bei meiner Forderung nach mehr Polizisten für Wien mit besserer Ausstattung. Sicherheit ist keine Frage von links oder rechts. Das ist ein Grundrecht.

ÖSTERREICH: Werden Sie mit FP-Minister Kickl über die Polizei verhandeln?

Ludwig: Ich bin bekannt dafür, dass ich mit allen rede. Ich werde dem Minister sagen, dass ich gerne bereit bin, die Polizeikompetenz für Wien zu übernehmen, wenn der Bund nicht in der Lage ist, für genug Personal und Ausstattung zu sorgen.

Michael Ludwig Galley © Wolfgang Wolak
Michael Ludwig im Gespräch mit ÖSTERREICH-Reporter Josef Galley.

ÖSTERREICH: Dagegen gibt es Verfassungs-Einwände.

Ludwig: Ich will nicht technokratisch diskutieren, sondern Lösungen für die Wiener entwickeln.

ÖSTERREICH: Ihre ersten Auftritte als Bürgermeister wirken so, als ob Sie voll im Wahlkampfmodus wären. Täuscht der Eindruck?

Ludwig: Ich habe keine Minute verstreichen lassen, um mit der Wiener Bevölkerung den Dialog zu suchen. Vom Kipferl-Verteilen in Floridsdorf bis zum Stephansdom, wo ich mit vielen Gläubigen und meinem Freund Toni Faber um Mitternacht die lange Nacht der Kirchen feierte. Es muss allen klar sein, dass wir als Politiker immer auf dem Prüfstand stehen.

ÖSTERREICH: Wie groß ist die Verlockung für vorgezogene Neuwahlen? Strache, Gudenus, Blümel und Meinl-Reisinger sind weg, die Grünen streiten – sie hätten kaum einen Gegner.

Ludwig: Ich bin dagegen, dass wir aus rein strategischen Gründen, seien sie auch noch so gut, eine vorzeitige Wahl vom Zaun brechen. Schließlich haben wir einen gültigen Koalitionspakt und bis 2020 noch einige Punkte abzuarbeiten. Außerdem ist bekannt, dass ich ein pakttreuer Mensch bin.

ÖSTERREICH: Und wenn es nicht mehr geht, weil etwa die Grünen beim Lobau­tunnel alles blockieren?

Ludwig: Ich habe ganz klar gesagt, dass Wien Infrastruktur braucht: die dritte Piste am Flughafen, die Nordost-Umfahrung, den Lobautunnel und die Stadtstraße Aspern. Die Stadt wird – da werde ich dank meiner Kompetenzen als Bürgermeister dafür sorgen – alle Auflagen des Gerichts penibel einhalten. Und ich bin auch bereit, die Anregungen der Grünen für den Ausbau der Öffis als flan­kierende Maßnahme aufzugreifen. Es gibt also keinen Grund für Blockaden.

Interview: Josef Galley

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