Neuer Notenbankpräsident

Mahrer: "Habe nicht 11 Nebenjobs"

Harald Mahrer über seinen neuen Posten als Notenbankpräsident und seine Forderungen.

ÖSTERREICH: Wie kam es dazu, dass Sie jetzt auch den Job als Nationalbankpräsident machen?

Harald Mahrer: Wenn man gefragt wird, ob man so eine Aufsichtsfunktion übernimmt, dann überlegt man nicht sehr lange. Denn die Nationalbank hat ja auch für unsere Betriebe eine große Bedeutung. Ich glaube, dass ich hier für unser Land und den Standort Österreich mit für Stabilität und eine gute Zukunft sorgen kann und mich als Stimme der Wirtschaft gut einbringen kann.

ÖSTERREICH: Wirbel gab es um Ihre vielen Nebenjobs. Es sollen elf Jobs sein?

Mahrer: Ich habe eine Hauptaufgabe, die ich voller Leidenschaft ausübe, das ist Wirtschaftskammerpräsident. Und dann gibt es neben meiner Funktion in der Sozialversicherung eine Reihe ehrenamt­licher Funktionen, weniger als elf, wie beispielsweise in der Sporthilfe, im Wirtschaftsforschungsinstitut oder im Ökosozialen Forum gemeinsam mit vielen anderen Personen des ­öffentlichen Lebens. Mir ist das ehrenamtliche Engagement, auch am Wochenende, sehr wichtig, und ich mache das sehr gerne für die gute Sache. Es sind Funktionen und eben nicht Jobs. Der Präsident der Nationalbank ist mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden vergleichbar, und ich bin nicht operativ in der Nationalbank tätig. In Summe bekomme ich für meine öffentlichen Funktionen nicht mehr Geld als bisher. Und ich brauche auch keinen Dienstwagen in der Nationalbank.

ÖSTERREICH: Als Wirtschaftskammer- und Nationalbankpräsident sind Sie jetzt einer der mächtigsten Wirtschaftsvertreter des Landes.

Mahrer: Mir geht es nicht um Macht. Ich möchte diesen Einfluss für unser Land und unsere Wirtschaft nützen. Es gibt viel zu tun: Fachkräftemangel, Bürokratieabbau, Steuerbelastung. Ärmel hochkrempeln ist mein Motto.

ÖSTERREICH: Sie sind angetreten mit der Ansage, die Wirtschaftskammer zu reformieren.

Mahrer:
Wir werden jetzt im Herbst durchstarten. Ich möchte vor allem die Servicequalität der Wirtschaftskammer weiter verbessern und die Exportunterstützung vorantreiben, dazu sind wir schon nächste Woche mit einer Delegation in Asien. Und dann steht das Thema Bildung und Lehre ganz oben auf meiner Agenda. Der Fachkräftemangel ist ein Riesenproblem. Wir werden als Wirtschaftskammer in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die Bildung investieren, mit einem starken Fokus auf Lehre und Digitalisierung.

ÖSTERREICH:
Aus der Wirtschaft gab es zuletzt viel Kritik an der Abschiebung von Lehrlingen.


Mahrer: Ich bin dazu für eine Lösung im Gespräch mit der Regierung. Wichtig ist grundsätzlich immer, Asyl und Zuwanderung für den Arbeitsmarkt, wie wir sie brauchen, auseinanderzuhalten. Im Regierungsprogramm stehen dazu ein paar spannende Punkte, wie zum Beispiel eine Veränderung bei der Rot-Weiß-Rot-Karte für Lehrlinge, was ich für die Wirtschaft begrüßen würde.

(fen)

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